Landfrauen durften Lebensmittel verkaufen

Wochenmarkt trotz Corona: Besondere Stimmung in Frankenberger Rathausschirn

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Marktleiterin Carmen Höhle mit dem Hinweis vor der Rathausschirn, wegen Corona auf Abstand und Hygiene zu achten.

Der Wochenmarkt der Landfrauen in Frankenberg durfte am Samstag stattfinden, weil dort Lebensmittel verkauft werden. Der Markttag stand aber deutlich im Zeichen der Corona-Krise. 

Wenn man durch Frankenberg geht oder fährt, merkt man, dass es besondere Zeiten sind jetzt in der Corona-Krise. Der Frankenberger Obermarkt, an dem samstagsmorgens oft kein Parkplatz zu bekommen ist, war am vergangenen Samstag fast menschenleer. Und das, obwohl an dem Vormittag der Wochenmarkt der Landfrauen in der Rathausschirn stattfand. 

Der Markt durfte trotz Corona aufmachen, weil er Lebensmittel anbietet, er litt aber deutlich unter der aktuellen Lage und dem Aufruf an die Menschen in Deutschland, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben.

Nur etwa 120 Kunden wollten am Samstagmorgen Wurst, Käse, Brot, Eier, Marmelade, Obst, Gemüse oder Blumen beim Wochenmarkt kaufen. Touristen waren überhaupt nicht zu sehen. „Zu normalen Zeiten kommen samstags immer 300 bis 400 Menschen zum Einkaufen in die Schirn“, sagte Marktleiterin Carmen Höhle (Basdorf) gegenüber der HNA. Doch trotz der geringen Resonanz war sie unter dem Strich zufrieden: „Ich bin positiv überrascht. Für die aktuelle Lage war der Markttag in Ordnung.“

„Bitte Abstand halten, nur ein Kunde pro Stand“, war am Eingang zur Rathausschirn auf einer großen Tafel zu lesen. Die Beschicker hatten für den Wochenmarkt diesmal einige Sicherheits- und Hygienevorkehrungen getroffen. Die Stände standen weit auseinander, durch aufgestellte Tische wurde der Abstand zwischen Verkäufern und Käufern vergrößert, die Marktbetreiber trugen Handschuhe, das Geld wurde auf Tellern über den Tresen geschoben.

Weniger Besucher als sonst: Thomas Ochse gehörte zu den etwa 120 Kunden – hier am Wurst-Stand von Marianne Schüler.

Diesmal gab es für die Kunden auch keinen heißen Kaffee, keinen hausgemachten Kuchen, keine frischgebackenen Waffeln und auch keine belegten Brötchen. Es gab auch keine Keramik und keinen Schmuck. „Wir hatten diesmal keinen Markt für einen Bummel. Es war ein reiner Markt zum Einkaufen. An die Vorgaben haben sich die Leute gehalten“, freute sich Carmen Höhle. „Wenn man sich angemessen verhält, muss man nichts befürchten“, meinte Kundin Claudia Hoffrichter.

„Die meisten Kunden kamen schon, als wir noch am Aufbauen waren. Die waren früh da und schnell wieder weg“, erzählte Höhle. Überhaupt sei das Angebot diesmal stark eingeschränkt gewesen, nur neun Stände wurden aufgebaut – alle mit Lebensmitteln oder Blumen. Ältere Leute oder Menschen aus Risikogruppen seien gar nicht gekommen: „Die haben sich die Wurst oder den Käse mitbringen lassen“, sagt Höhle. Oder eben einen Strauß Blumen: „In dieser Zeit ist es auch schön, etwas Farbenfrohes zuhause zu haben“, meinte Gärtner Klaus Willeke.

Gärtner Klaus Willeke findet: „In dieser Zeit ist es auch schön, etwas Farbenfrohes zuhause zu haben.“

Gegen 11 Uhr konnte man die Kunden in der Rathausschirn schon an einer Hand abzählen, ab 11.30 Uhr wurden die Stände langsam wieder abgebaut – da war kaum noch etwas los.

Das Fazit von Carmen Höhle: „Solange wir dürfen, werden wir weitermachen. Aber jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse. Damit müssen wir eben umgehen.“ Auch Klaus Willeke will nächsten Samstag wieder dabei sein: „Mit farbenfrohen Blumen, Gemüsepflanzen und Kräutern.“ 

Quelle: HNA

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