Frankenberg

Dr. Wolfgang Renninger verarztet verirrten Vogel und führt ihn an Zeitungslektüre heran

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- Frankenberg (gi-) Den wohl kleinsten Zeitungsleser in der Region beheimatet Dr. Wolfgang Renninger bei sich zuhause: Ein zugeflogener Feldsperling erholt sich bei ihm mit der FZ von einer Blessur am Beinchen.

Schon mal einen Feldsperling aus nächster Nähe betrachtet? Dr. Wolfgang Renninger, Arzt im Ruhestand und Hobby-Ornithologe, hat jüngst einen dieser Allerweltsvögel mit lädiertem rechtem Beinchen als „Patient“ aufgenommen und wieder mobil gepflegt. Der Piepmatz dankte mit Anhänglichkeit.

Was viele nicht wissen: Feldsperling werden immer seltener und sind inzwischen für die Rote Liste der vom Aussterben betroffenen Vögel vorgemerkt.Ein enger Verwandter des Feldsperlings ist der Haussperling, den wir überall als kecken Spatz in der Stadt antreffen. Allerdings ist das Federkleid der Feldvariante genauer gezeichnet: kastanienbrauner Kopf mit ein wenig Schwarz an der Kehle. Brust und Flügel sind braun getönt.

Außerdem hat er einen schmalen schwarzen Augenstreif, einen schwarzen Fleck auf den weißen Wangen sowie ein weißes Halsband. Männchen und Weibchen kann man äußerlich nicht unterscheiden.Feldsperlinge sind in ganz Europa beheimatet, ausgenommen sind der äußerste Norden Skandinaviens und Island. Die Vögel bevorzugen eher ruhige Lagen, deshalb sind sie – im Gegensatz zum Haussperling – häufig auf Feldern und an Dorfrändern anzutreffen. Wälder meiden sie in der Regel.

Frau Feldsperlinge legt bis zu sechs Eier, die sie etwa 14 Tage bebrütet. Sie und ihr Gatte bauen ihre unordentlichen Nester mit seitlichem Eingang aus Halmen hauptsächlich in Halbhöhlen und Nistkästen. Auf dem Speiseplan stehen Insekten aller Art, Knospen, Samen, Getreide, Früchte und Nahrungsabfälle.

Der Feldsperling ist sehr gesellig, aber nicht so lärmend wie der Haussperling – und wesentlich scheuer. Bei drohender Gefahr, steigt der ganze Schwarm von Feldsperlingen auf, um bei dem vermeintlichen Feind Eindruck zu schinden.

Ein großer Sänger ist der Finkenvogel Feldsperling – im Gegensatz zu seinem musikalischen Verwandten, dem Kanarienvogel – nicht. Sein Repertoire gilt allgemein als „sehr bescheiden“.

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