Investor aus Hamburg überlegt, ob er bei Ernsthausen 200-Meter-Windräder baut

Wotan will höher hinaus

Windpark Ernsthausen: Insgesamt acht Winderräder, die hier nicht alle zu sehen sind, drehen sich bei Ernsthausen. Vier davon sind 80 Meter hoch, vier weitere 150 Meter hoch. Nun ist der Neubau von 200 Meter hohen Anlagen im Gespräch. Foto: Biedenbach

Burgwald. Die Wotan-Gruppe aus Hamburg überlegt, im Windpark Ernsthausen zwei weitere Windräder zu errichten. Sie sollen 200 Meter hoch sein. Im September 2011 hatte Wotan dort vier 150 Meter hohe Anlagen errichtet. Ihr Ertrag blieb um 20 bis 25 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Das erläuterte Jörg Ehlers von der Wotan-Gruppe auf HNA-Anfrage.

„Das Windgutachten war zu optimistisch“, erläuterte Ehlers am Donnerstag der HNA. Dennoch stehe der Investor weiter hinter dem – aus norddeutscher Sicht eher windschwachen – Standort. Wie berichtet, hatte Wotan für die vier Anlagen rund 12,4 Millionen Euro investiert. Sie sollten Strom für 4000 Haushalte – 15,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr – liefern. Das Ziel wurde nicht erreicht.

Nun gibt es Vorüberlegungen für zwei weitere Windräder. Die Firma prüft laut Ehlers, ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist und wie die Resonanz in der Gemeinde Burgwald ist. Wie berichtet, hatte die Gemeinde einen Flächennutzungsplan für das 78 Hektar große Gebiet westlich von Ernsthausen aufgestellt. Darin ist festgelegt, dass Windkraftanlagen nicht höher als 150 Meter sein dürfen. Dieser Plan müsste geändert werden.

In einem nichtöffentlichen Teil hatte Bürgermeister Lothar Koch die Gemeindevertreter über die Überlegungen der Firma informiert. Öffentlich nimmt er dazu keine Stellung. „Uns liegt noch kein offizieller Antrag vor“, sagte Koch der HNA.

Ob Wotan diesen Antrag stellen wird, ist noch nicht klar. Eine Höhe von 200 Metern sei Voraussetzung für den Bau neuer Anlagen, sagte Ehlers, damit das Projekt sich wirtschaftlich lohne. Als die vorhandenen 150 Meter hohen Anlagen geplant wurden, sei die Technik noch nicht so so weit gewesen, schildert er.

Auf dem Windpark stehen noch vier weitere Windräder. Sie sind gerade mal 80 Meter hoch und werden seit 16 Jahren von einer Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (GbR) betrieben. In einer dieser kleinen Anlagen hatte es im vergangenen Jahr gebrannt. Seitdem steht sie still.

Die GbR hat laut Mitglied Dirk Marburger (Wiesenfeld) verschiedene Möglichkeiten im Blick, wie es weitergehen soll. Eine Reparatur sei zu teuer, aber die Verwendung von Ersatzteilen aus einem gebrauchten Windrad sei möglich. Diese Idee werde derzeit favorisiert.

Die GbR führe aber auch Gespräche mit Wotan. Wotans Plan: Eines der zwei neuen Windräder soll anstelle dieser defekten kleinen Anlage entstehen. Das zweite soll, als neuntes Windrad, an einer anderen Stelle gebaut werden. Laut Jörg Ehlers sei der Ersatzneubau wohl eher durchzusetzen und wirtschaftlicher als die Errichtung eines neunten Windrades.

Interesse, bei Ernsthausen Windanlagen zu errichten, gibt es laut Marburger auch von Seiten eines weiteren Investors. Auch er habe bei der GbR vorgefühlt.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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