Komödie Frankenberg spielt „Später Frühling“ – Wir waren bei einer Probe dabei

Wundersame Wandlung

Leidenschaftlich: Joy (Conny Buß) und Brian (Holger Kraus )

Frankenberg. „Stop! Komm noch mal rein, Conny, das muss mit mehr Tempo kommen!“ Wenn es um die Theaterarbeit geht, ist Harald Hörl ein Perfektionist. Seit Herbst probt der Regisseur von der Komödie Frankenberg mit seinem Ensemble für die neue Produktion „Später Frühling“. Langsam müssen die Szenen sitzen, denn am 6. März hat das Stück Premiere.

Im Mittelpunkt der flotten Boulevardkomödie von Jack Popplewell steht die biedere Boutique-Besitzerin Sally Seymour (Sabine Eckel). Beruflich hat sie es auf die Sonnenseite des Lebens geschafft, denn ihre Boutique in der Londoner Bondstreet gehört zu den nobelsten Adressen der Stadt.

Klischeehafte Charaktere

Wäre da nicht ein kleines Problem: Sally hatte noch nie einen Mann. Dabei feiert sie bereits ihren 35. Geburtstag! Freundin Joy (herrlich schrill: Conny Buß), die ihre weiblichen Reize gern gezielt einsetzt, möchte Sallys Glück ein wenig auf die Sprünge helfen. Ein Mann muss her!

In seiner Inszenierung ist Harald Hörl kein Klischee heilig. Die alte Jungfrau, die männermordende Sexbombe, der schöngeistige Kunsthändler oder der selbstgefällige Macho. „Das Stück spielt bewusst mit Stereotypen, denn jeder kennt Charaktere wie diese“, sagt der Regisseur. „Es geht um die Liebe, aber auch um unerfüllte Hoffnungen und die Frage, wie ernst man das Leben nimmt.“

Spröder Humor

Sabine Eckel spielt die Sally mit viel Herz und macht die Figur trotz oder gerade wegen ihres untragbaren Kleidungsstils zu einer Sympathierträgerin. Und vielleicht steckt in dem hässlichen Entlein am Ende sogar doch ein schöner Schwan?

Nachdem Harald Hörl mit seinem Ensemble in den vergangenen Jahren auch klassische Stoffe wie „Der eingebildete Kranke“ oder „Pygmalion“ inszenierte, überrascht die Truppe diesmal mit einer zeitgenössischen Komödie, die mit viel sprödem Humor besticht. Das Stück lebt von den liebenswerten Figuren und der sichtlichen Spielfreude der Darsteller. Der ewige Kampf der Geschlechter wird dabei augenzwinkernd aufs Korn genommen. So findet man zwischen den Klischees vielleicht ein Fünkchen Wahrheit, wenn es um die Flucht vor dem eigenen Glück geht.

Ein Video von den Proben können Sie sich Internet anschauen unter

www.hna.de/video

Von Kristin Dowe

Quelle: HNA

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