Zahl der Flüchtlinge geht auch in Waldeck-Frankenberg deutlich zurück

Waldeck-Frankenberg. Seit der Schließung der Balkanroute geht die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge auch in Waldeck-Frankenberg zurück.

Während das Land Hessen zu Beginn des Jahres noch etwa 80 bis 100 Flüchtlinge wöchentlich in den Landkreis verteilte, sind es laut Kreisverwaltung derzeit weniger als 20 Flüchtlinge pro Woche. Am Stichtag 1. März hielten sich im Landkreis insgesamt 3899 Flüchtlinge auf, davon wurden 2763 vom Kreis-Sozialamt betreut.

Im Moment sieht der Landkreis deshalb keinen Bedarf, neue Wohnungen anzumieten oder Hallen, öffentliche Einrichtungen, leer stehende Supermärkte oder ähnliche Immobilien als Notunterkünfte herzurichten.

Landkreis sowie die Städte und Gemeinden halten derzeit sogar noch freie Wohnungen vor. Sollten die Flüchtlingszahlen – wider Erwarten – erneut Spitzenwerte wie im zweiten Halbjahr 2015 erreichen, reicht diese Reserve nach Angaben der Kreisverwaltung für etwa zwei bis drei Wochen, um neu ankommende Flüchtlinge dezentral unterzubringen.

„Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die rückläufige Entwicklung der Flüchtlingszahlen verstetigt und die Reserve auch für einen längeren Zeitraum auskömmlich bleibt“, sagte die Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung.

Auswirkungen hat die neue Situation nach Einschätzung des Landkreises auch auf die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit: Galt es in den letzten Monaten, zunächst einmal die unmittelbare Not der Menschen zu lindern, die in Waldeck-Frankenberg Schutz vor Krieg, Gewalt und Verfolgung suchen, und materielle Grundbedürfnisse wie das sprichwörtliche „Dach über dem Kopf“ zu befriedigen, werde sich nun in den nächsten Monaten vermehrt die Aufgabe stellen, Flüchtlingen Integrationsmöglichkeiten zu bieten.

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Von Lutz Benseler

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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