Zahl der Stalking-Opfer auf Tiefststand - Dunkelziffer offenbar hoch

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der wegen Stalking gestellten Anzeigen im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist rückläufig. Das sagte Sprecher Volker König gegenüber der HNA:

„Die Zahlen bewegen sich auf niedrigem Niveau.“ Im Jahr 2010 waren es 32 gestellte Anzeigen, 2011 waren es noch 29 und 2012 genau 22. Im ersten Halbjahr 2013 gingen zehn Anzeigen ein. Ein weiterer Rückgang liegt nahe.

Heinrich Saure von der Polizei Korbach benennt einen Grund für die niedrigen Zahlen: „Viele Menschen schämen sich, zur Polizei zu gehen. Die Dunkelziffer dürfte höher sein.“ Das bestätigt Gregor Mühlhans, der sich für die Opferorganisation Weißer Ring in Frankenberg engagiert. Er schätzt die Dunkelziffer auf bis zu zwei Drittel höher. Allein an ihn würden sich sechs Opfer im Jahr wenden, ausnahmslos junge Frauen.

Regina Ingenbleek aus Frankenberg berichtet von bis zu 15 Mandanten, die sie jährlich wegen Stalkings berät. Die Rechtsanwältin definiert Stalking als „beabsichtigtes und wiederholtes Verfolgen und Belästigen eines Menschen, sodass dessen Sicherheit bedroht und er in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt wird“. Laut Ingenbleek gibt es den Begriff Stalking so nicht im Strafgesetzbuch. Paragraph 238 regele vielmehr den Tatbestand der sogenannten Nachstellung.

Von Matthias Hoffmann

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Quelle: HNA

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