Mehr Platz in der Kita Linnertor

Mit zehn Monaten fast auf eigenen Beinen

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Kinder, Betreuerinnen, Verantwortliche von Stadt und Kirche freuen sich, Frankenberger Eltern künftig die Chance geben zu können, ihren Nachwuchs schon ab dem zehnten Lebensmonat in der Tagesstätte am Linnertor unterbringen zu können.

Frankenberg - Es ist noch nicht lange her, da war Kindergarten etwas für Kinder ab drei Jahren. Dann kam die U3-Betreuung – und am Linnertor finden auch Kinder von nur zehn Monaten einen Platz.

Manche Beinchen wackeln noch beim Erforschen des neuen Spielbereiches in der evangelischen Kindertagesstätte am Linnertor. Und nicht jedes Spielzeug kann schon korrekt benannt werden. Das ist aber auch wenig verwunderlich: Gerade einmal anderthalb Jahre ist das jüngste von derzeit elf Kindern, die in der neuen Krabbelgruppe der Kita am Linnertor betreut werden. Und es geht noch jünger: „Wir nehmen Kinder ab zehn Monaten auf“, erklärt Leiterin Ingrid Groß. Zehn Monate, weil das Elterngeld ein Jahr lang bezahlt wird und viele Eltern dann wieder in das Berufsleben starten wollen – zwei Monate bilden so den Übergang. Und mit der Rückkehr in den Beruf startet auch für die kleinen ein neuer Lebensabschnitt.

„Das ist ein Schritt weiter in Richtung Zukunftsfährigkeit unserer Stadt“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß – und Groß bestätigt: „Wir machen das, weil der Bedarf da ist.“ Zunehmend mehr junge Eltern würden die selbst noch relativ neue U3-Betreuung nicht ausreichen. So gibt es in der Krabbelgruppe Platz für bis zu zwölf Kinder zwischen zehn Monaten und drei Jahren. „Wir haben aber auch in den regulären Gruppen Kinder, die erst zwei sind“, sagt Groß – und zählt spontan mehr als zwanzig Kinder jünger als drei Jahre auf, die die Tagesstätte besuchen.

Mit einer Zeile aus einem Lied des Kindergottesdienstes umreißt Pfarrer Horst Schiffner im Namen der Trägerin Kirche die Bedeutung der Jüngsten: „Wir sind die Kleinen in der Gemeinde/aber uns geht gar nichts.“ Das, sagt er, passe auch in die Weihnachtszeit. Schließlich mache sich auch Gott ganz klein. „Für die Kinder ist das der erste Schritt aus der Familie hinaus“, erklärt er.

Da sei es wichtig, den Kindern auch angemessene Räume zu bieten. Den Gruppenraum gab es bereits vorher, er wurde lediglich an die Bedürfnisse der Jüngsten angepasst. Aus einem ehemaligen Heizraum – dieser wurde verlegt – ist der Ruheraum geworden. Laut Gerhard Helminiak musste dafür ein neuer Notausgang geschaffen werden – der mit seinem Glaselement aber auch für zusätzliches Licht sorgt. „Die Stiefeldusche mussten wir leider aufgeben“, erklärt der Bauamts-Mitarbeiter. Stattdessen gibt es jetzt einen Wickelraum. Direkt nebenan schließlich gibt es kleine Duschen, Waschbecken, Toiletten. „Da waren aber nur kleinere Änderungen nötig“, sagt Helminiak.

Rund 43000 Euro hat der Umbau in der Tagesstätte gekostet. Durch das Bundesprogramm für die Schaffung von U3-Betreuungsplätzen wurden knapp 34500 Euro beigesteuert. 1700 Euro zahlte der Kreis. Die verbliebenen 6800 Euro zahlte zu zehn Prozent die Kirche, zu 90 Prozent die Stadt. Schiffner dankte in diesem Zusammenhang der guten Zusammenarbeit von Stadt und Kirche.

Insbesondere drückte er aber dem Team in der Tagesstätte seinen Dank aus. „Diese Räume sollen helfen, Ihre Arbeit zugunsten der Kleinsten gut umzusetzen“, sagte der Pfarrer. Dafür stehen in der Tagesstätte drei Mitarbeiterinnen zur Verfügung. Eine widmet sich nach einer 70-stündigen Fortbildung besonders auch der sprachlichen Entwicklung der Kinder. Dann klappt es auch mit dem Benennen der Spielzeuge.

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