Arbeiten mit privaten Vorhaben abstimmen

Die Zeit drängt: Sondersitzung zum Umbau der Fußgängerzone

So soll der Berndorfer Torplatz in Korbach nach der Umgestaltung aussehen (Blick von Prof.-Bier-Straße): Die Grafik zeigt in der Bildmitte das geplante Podest oder Rondell, das den Höhenunterschied ausgleichen, im Besitz der Stadt bleiben und vermietet werden soll. Wird es nicht gemietet, soll die Eisdiele es benutzen können. Dahinter sind der angedachte Neubau einer schmalen Treppe hinauf zur Arolser Landstraße sowie die Anbauten an das Stoffgeschäft und die Eisdiele zu sehen. Skizze: Architekturbüro Kleine und Potthoff (Korbach)/nh

Korbach. Mit dem vorgesehenen Zeitplan zum Neubau des Parkplatzes und zur Neugestaltung der Fußgängerzone wird es eng. Jetzt wollen sich auch zwei Betriebe am Berndorfer Tor vergrößern.

Die Stadt Korbach will mit dem bald beginnenden Neubau des Parkplatzes An der Kalkmauer den Einstieg in die Attraktivierung ihrer Fußgängerzone schaffen. Deshalb soll parallel zur Gestaltung der Stellflächen auf dem Areal des abgerissenen Parkdecks das Pflaster am Berndorfer Tor erneuert werden. Für die Barrierefreiheit des „Lochs“ ist ein Podest vor der Eisdiele vorgesehen, um den Höhenunterschied von bis zu 1,20 Meter abfangen zu können.

Nun aber bringen Betriebe am Berndorfer Tor ihrerseits Umbau- und Erweiterungswünsche ins Spiel. So wollen sich das Stoffgeschäft und die Eisdiele in der Tiefebene vergrößern. Die Pläne stellte Architekt Hartmut Potthoff (Korbach) kürzlich den Stadtverordneten vor.

Mit den privaten Investitionen soll der Abriss der Treppe verbunden sein, die bislang von der Tiefebene hinauf zur Arolser Landstraße führt und die Sicht auf die Geschäfte beeinträchtigt. So präsentierte Architekt Potthoff Pläne für eine offenere und schmalere Treppe. Die Kosten für den Abriss der alten und den Bau der neuen Treppe müsste zum Großteil die Stadt tragen, nicht die Geschäftsbetreiber oder Immobilienbesitzer.

Wenn die Vorschläge auch zu gefallen wussten, stießen der Finanz- und der Zeitplan nicht bei allen Stadtverordneten auf Gegenliebe. Als „Unding“ bezeichnete es etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Henrik Ludwig, dass man bereits den eben erst präsentierten Plänen von privater Seite zustimmen solle.

Fraktionskollege Helmut Schmidt sah in dem von der Stadt geplanten Podest eine Erweiterung des Eisdielen-Außenbereichs. Zumindest in den Zeiten, in denen er nicht anderweitig vermietet werde. Zudem fragte Schmidt, warum die Stadt einen Treppen-Austausch zahlen solle, der im vorrangigen Interesse der Geschäfte sei.

Schließlich einigten sich die Stadtverordneten auf den Beschluss, die Arbeiten auszuschreiben, aber den Podest und den Treppen-Austausch nur als „Option“ zu betrachten. Über die Umsetzung soll später entschieden werden.

Bürgermeister Klaus Friedrich bat darum, den Zeitplan für Parkplatz und Berndorfer Tor einzuhalten. Die öffentlichen Arbeiten müssten mit den privaten Vorhaben abgestimmt werden. Deshalb schlug Friedrich ein Treffen vor Ort und eine Sondersitzung des Stadtparlaments vor. Diese findet am Montag, 13. April, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

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Quelle: HNA

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