Röddenauer Kinder machen Apfelsaft

Zeit für Saft und Marmelade

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Peter Schönewolf dreht mit den Kindern an der Saftpresse. Ein bisschen Muskelschmalz ist nötig, dann fließt der süße Apfelsaft in Strömen.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg-Röddenau - Ein bisschen Muskelkraft ist nötig - aber die lohnt sich für den Genuss von frischem Saft. Die Röddenauer Kinder haben gestern leuchtende rote und grüne Äpfel gepresst. Der süße Saft floss in Strömen.

Naturtrüb, dunkel, fast schon rot fließt der Saft aus der alten Saftpresse. Die Kinder drehen im Wechsel die Pressplatte nach unten. Mit jeder Umdrehung ist mehr Muskelschmalz nötig. Für die kleinen Röddenauer ist das aber keine Arbeit, sondern ein großer Spaß. Wer gerade nicht dreht, beobachtet mit großen Augen, wie der süße Apfelsaft aus dem Fass in einen Eimer läuft.

Es gibt aber auch noch jede Menge andere Arbeit, bevor der Saft gepresst werden kann: Mit Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse wäscht eine Gruppe das Obst. Die Kinder stehen um eine Wanne und spritzen die Äpfel mit einem Gartenschlauch ab, dann sammeln sie diese ein und werfen sie in einen Lebensmittelhäcksler. Die kleingeschnittene Apfelmasse strotzt schon vor Saft, als Peter Schönewolf vom Heimat- und Kulturverein sie in die Presse nachfüllt. Ohne dass die Kinder aus dem Kindergarten drehen, laufen schon die ersten Becher voller Apfelsaft in den Eimer.

Derzeit hängen viele Bäume voller Obst, einige sind bereits abgeerntet. Es gibt reichlich frisches Obst in diesem Jahr. Nicht alles eignet sich zum Lagern – deswegen müssen viele Obstsorten direkt verarbeitet werden. Aus vielen Äpfeln wird daher Saft, aus manchen allerdings auch schmackhafte Marmelade. Viele Obstsorten werden mittlerweile auch zu Likören verarbeitet oder zu frischen Kuchen, die – wie etwa Zwetschgenkuchen – tiefgekühlt lange halten und im Winter für einen fruchtigen Genuss sorgen. Während Backen und Einkochen in der eigenen Küche funktioniert, sind für das Saftpressen mehr Arbeit und Geräte nötig.

„Wir bieten das Saftpressen jedes Jahr an“, sagt Schönewolf. Vor fünf Jahren hat der Heimat- und Kulturverein in einem Nachbarort die historische Saftpresse ersteigert. Schönewolf hat sie liebevoll restauriert und seither werden darin jedes Jahr die Röddenauer Äpfel verarbeitet.

Mehr lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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