Frankenberger Theater-AG zeigt Momo

Zeitlose Zeit-Geschichte

Momo (Larissa Beckmann) führt eine Revolution an: Die Kinder wehren sich gegen das Zeitsparen. Sie fordern Zeit, Aufmerksamkeit, Spiel und Spaß, „Straßen aus Zucker und ab und zu Futter“. Fotos: Malte Glotz

Frankenberg - Erstmals hat die Theater-AG ein Kinderbuch als Vorlage für ihr Stück gewählt, erstmals hat sie im alten Thonet-Werk inszeniert, erstmals unter der Leitung von Thorsten Jech. Etwa die Hälfte des Ensembles war zum ersten Mal dabei. Das Ergebnis: ein Stück, das Anlass zum Nachdenken gibt.

Mit „Momo - (k)ein Kinderstück“ hat die Edertalschule am Mittwochabend Premiere gefeiert. Mit durchdachten Details, einem gelungenen Bühnenbild, kreativen Regieeinfällen und spürbarer Spielfreude haben sie das berühmte Kinderbuch auf die Bühne gebracht.

Typisch Theater-AG: Momo ist gleich mehrfach besetzt. In diesem Fall ist das aber nicht nur der Zahl von Darstellern geschuldet, sondern es beleuchtet auch die verschiedenen Facetten der Protagonistin. Jede Besetzung spielt Momo anders: Mal unbeschwert und aufmerksam, mal still und bedrückt, mal kämpferisch, mal hilflos und verwirrt.

Wer gerade nicht als Momo auf der Bühne steht, ist Teil der bunten Kinderschar. So zeigen sie: Momo ist ein Kind wie jedes andere, und zugleich hat jedes Kind das Potenzial, eine Momo zu sein.

Die Schüler haben sich einen zeitlosen Stoff über die Zeit ausgesucht. Denn das Zeitsparen bestimmt allzu oft das Leben: Effizienz, die sich zu Hektik auswächst. Gestresste Eltern, die keine Zeit für ihre Kinder haben. Phantasie, die auf Kosten der Konformität verloren geht. Die Arbeit, in die Menschen mehr Zeit investieren als in ihre Freunde und Familien.

Die Theater-AG spielt „Momo“ noch dreimal: am heutigen Freitag, 8. Mai, am Samstag, 9. Mai, und am Sonntag, 10. Mai, jeweils ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet neun, ermäßigt sechs Euro. Karten gibt es im Lädchen gegenüber der Edertalschule sowie in den Buchhandlungen Jakobi in Frankenberg und Urspruch in Korbach. Reservierte Karten, die um 19.30 Uhr nicht abgeholt wurden, gehen in den Verkauf an der Abendkasse.

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

6380072

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare