Zeuge des Kalten Krieges: Burgwaldkaserne ließ Antennenanlage abbauen

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Weithin sichtbar: Für die Burgwaldkaserne mit ihrem Auftrag zur elektronischen Aufklärung in Zeiten des Kalten Krieges war seit 1972 die stationäre Antennenanlage mit ihren sieben Gittermasten das Wahrzeichen. Fot

Frankenberg. Die Stimmung schwankte zwischen einem Anflug von Wehmut und Freude über ein für Frankenberg historisches Ereignis: Über dem Antennenfeld der Burgwaldkaserne schwebte der letzte der sieben Stahlgittermasten am Kranausleger zu Boden.

Dann gab es die nach Osten ausgerichtete Antennenanlage der Burgwaldkaserne, letztes Wahrzeichen des Kalten Krieges, nicht mehr.

„Damit ist das Kapitel der Hochfrequenz-Funkaufklärung, mit dem von hier aus in alle Armeen des Warschauer Paktes hineingehorcht wurde, geschlossen“, sagte Oberstleutnant Elmar Henschen. Gemeinsam mit dem Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß hatte der Kommandeur zuvor den Stecker herausgezogen, mit dem die rote Flugsicherungslampe an der Spitze des letzten Antennenmastes betrieben worden war.

Das gesamte Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBatl 932) mit fünf Kompanien und dem Stabszug war auf der Straße unterhalb der Antennenanlage zu diesem feierlichen Akt angetreten. Mehr als 250 Augenpaare verfolgten gespannt, wie von den Mitarbeitern einer Spezialfirma an den Mastspitzen in schwindelnder Höhe die Kranseile befestigt und dann, sobald das Metallgerüst gesichert war, die Verspannungstaue aus Stahl mit dem Trennschleifer gelöst wurden.

Im Jahr 1972 war die Horchanlage mit sieben Tragmasten und drei so genannten logarithmisch-periodischen Antennen unter dem damaligen Kommandeur Oberstleutnant Theodor Müllenberg am Auswerter- und Erfassungebäude der Burgwaldkaserne angelegt worden. Die Soldaten nannten sie kurz die „Waldantenne“, die „Hügelantenne“ und die „Straßenantenne“.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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