Hartmut Kaufmann ist Fossiliensammler

Zeugen des Erdaltertums

Burgwald - Sammelleidenschaften liegen bei Hartmut Kaufmann in der Familie: Sein Vater sammelte Kugelschreiber, seine Onkel Jagdmesser und Postkarten und Münzen. Ihn hingegen faszinieren seit seiner Jugend Überreste von Pflanzen und Tieren, die Millionen von Jahren im Gestein überdauert haben.

„Schon mein Opa sagte, man braucht einen Beruf, der einen glücklich macht, und ein Hobby“, erinnert sich Hartmut Kaufmann. Sein Hobby hat über die Jahrzehnte allerdings außergewöhnliche Ausmaße angenommen: Er sammelt nicht nur Fossilien, sondern er sucht aktiv danach, präpariert sie selbst, bestimmt sie, beschäftigt sich wissenschaftlich damit und tauscht sich mit anderen Fossiliensammlern aus.

Das Ergebnis ist eine umfassende Sammlung mit heimischen, aber auch überregionalen und sogar internationalen Fundstücken. Vor allem in den 1970er- und 80er-Jahren verbrachte der Bauingenieur viel Freizeit damit, zu „klopfen“, also in Gruben in ganz Deutschland gezielt nach Fossilien zu suchen. Zwei seiner größten Erfolge erlebte er jedoch in der Region: Er habe gemeinsam mit Wolfgang Munk die Korbacher Spalte entdeckt, sagt Kaufmann. Und in Bad Wildungen fand er unter den Fossilien eine bis dato unbekannte Gattung, die nach ihm benannt wurde: „armatitis kaufmanni“.

350 Millionen Jahre alt

Zu seiner Passion zählt auch die Präparation der Fossilien - also das Freilegen aus dem Gestein. Dafür hat er eine Werkstatt mit Mikroskop, Sandstrahler, Kompressor und pneumatischem Stichel. Heute liegt sein Schwerpunkt aber auf der wissenschaftlichen Ebene. Einen großen Teil seiner Sammlung hat er abgegeben, um sich auf heimische Fundstücke sowie Fische aus dem Erdaltertum, die also vor etwa 350 Millionen Jahren lebten, zu konzentrieren. „Alles andere ist mir zu jung“, sagt er und lacht.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 11. April 2015.

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