Frankenau

Ziegenbockstadt ohne Ziegenbock

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- Frankenau (gl). Der Marktplatz ist verwaist: „Hennis“, die hölzerne Version des Frankenauer Wahrzeichens, wurde gestohlen. Der Verlust des hölzernen Gesellen ist bereits der zweite Diebstahl dieser Art – die Stadt erwägt rechtliche Schritte.

Da staunten Johannes und Elisabeth Schäfer nicht schlecht: Am Freitagmorgen saßen sie beim Frühstück, schauten wie üblich aus ihrem Küchenfenster direkt auf den kleinen Frankenauer Marktplatz und stellten fest: „Irgendwas stimmt da nicht.“ Schnell war klar, was: Normalerweise schauen sie auf „Hennis“, das hölzerne Wahrzeichen der Stadt.

Der Ziegenbock des Löhlbacher Waldarbeiters Karl-Heinz Möller steht seit 2008 in dem Beet, wird zu Festen, zu Ostern und zu Weihnachten dekoriert und geschmückt. Die Pflege der Beete übernehmen der Heimatverein und der Kegelclub, meist sind es die Schäfers, die den kleinen Platz regelmäßig beackern, jäten, bepflanzen und reinigen. Von „Hennis“ war nur noch etwas Rinde da. Der aus einem Stück gefertigte Bock steht auf einem Teil des Stamms, aus dem er geschnitzt wurde. Offenbar haben die Täter diesen ein wenig beschädigt. Dass es mehrere Täter gewesen sein müssen, steht für Michael Schäfer, den Vorsitzenden des Vereins „Wir für die Region“ fest: „Hennis wiegt knappe zwei Zentner“, schätzt er.

Schäfers sehen den Verlust mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Natürlich sei des Verschwinden des Böckleins schmerzhaft, aber „das Schmücken des Platzes wird dadurch deutlich einfacher“, sagt Elisabeth Schäfer und lacht.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 3. März.

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