Station an ehemaliger Mülldeponie Flechtdorf schließt neue Windkraftanlagen im Umfeld aus

Zieht Wetter-Radar in Kellerwald um?

Korbach/Flechtdorf. Das Wetter-Radar des Deutschen Wetterdinestes (DWD) an der ehemaligen Mülldeponie des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Flechtdorf wird womöglich verlegt. Die Station gilt als Ausschlusskriterium für den Bau weiterer Windkraftanlagen im Umfeld.

Damit die Signale des Wetterdienstes nicht gestört werden, dürfen nach den Richtlinien im Umkreis von fünf Kilometern des Radars keine (neuen) Windräder errichtet werden. Im Umkreis von bis zu 15 Kilometern der Station gelten Höhenbeschränkungen für den Bau der Anlagen.

Schon einmal versetzt

Obwohl auf der Vasbecker Hochfläche bekanntlich zahlreiche Windräder drehen, hat das bereits im Jahr 2004 von der ehemaligen Nato-Raketenstellung bei Flechtdorf an die Mülldeponie verlegte Wetter-Radar schon viele Pläne potentieller Investoren für den Bau neuer Windkraftanlagen durchkreuzt. Wegen dieses Ausschlusskriteriums hat zum Beispiel auch die Stadt Korbach im vergangenen Jahr darauf verzichtet, einen Bereich nahe des Ortsteils Helmscheid als Suchraum für Windräder aufnehmen und untersuchen zu lassen (wir berichteten).

Offenbar gibt es nun Pläne, das Wetter-Radar erneut zu verlegen – und zwar diesmal nicht nur ein paar hundert Meter weiter, sondern ganz weg von Flechtdorf und damit ganz weg von der windreichen Vasbecker Hochfläche. Wie der Korbacher Grünen-Stadtverordnete Dr. Manfred Dönitz am Freitagabend beim 1. Korbacher Energiegipfel berichtete, wird an die Verlegung des Wetter-Radars in den durch einen Nationalpark und und einen Naturpark geschützten Kellerwald gedacht. Das Regierungspräsidium Kassel (RP) habe die Versetzung beantragt, sagte Dönitz. Das Wetter-Radar am Standort Flechtdorf ist potentiellen Investoren von Windkraftanlagen und -parks seit Längerem ein Dorn im Auge.

Würde das Wetter-Radar tatsächlich versetzt, dann müssten die Karten für den Windrad-Bau rund um die Vasbecker Hochfläche neu gemischt werden. Und das, wo doch bereits am 28. Januar der Regionalplan Nordhessen zu den Windkraft-Standorten in der gesamten Region beschlossen werden soll.

Weil offenbar schon Informationen über künftige Windkraft-Standorte nach außen gedrungen seien, seien bereits wieder „Kopfgeldjäger“ in der Gemeinde Diemelsee unterwegs, um sich Flächen zu sichern“, berichtete Bürgermeister Volker Becker beim Korbacher Energiegipfel. Becker beklagte die mangelnde Abstimmung der Behörden untereinander und die mangelnde Information der Gemeinden. (aha)

Quelle: HNA

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