Allendorfer Mathias Kailer absolvierte eine große Bergtour im Everest-Gebiet

Der Weg war das Ziel

Daumen hoch als Siegeszeichen: Bergsteiger Mathias Kailer im Everest-Gebiet. Hinter ihm erhebt sich der über 7000 Meter hohe Berg Pu Mori. Foto: ed

Allendorf-Eder. Eine anspruchsvolle Trekking-Tour hat den Allendorfer Bergsteiger und Wanderer Mathias Kailer im Himalaya-Gebirge bis auf eine Höhe von 5620 Metern geführt. Bereits zum vierten Mal war Kailer zum Wandern, Bergsteigen und Kennenlernen der fernöstlichen Kultur und der Lebensverhältnisse der Menschen nach Nepal gereist.

Bei einer anspruchsvollen Tour rund um den Achttausender Manaslu hatte er vor zehn Jahren eine Höhe von 5525 Metern erreicht. Zwei Jahre später meisterte er eine Rundtour um die Annapurna, ebenfalls ein Achttausender. „Nur“ auf  3800 Meter gelangte er vor   zwei Jahren bei einer Trekking-Tour zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hiltrud Kaiser (HNA berichtete).

In diesem Jahr wollte der 65-Jährige besonders hoch hinaus. Sein Ziel war der Island Peak im Everest-Gebiet, stolze 6189 Meter hoch.

Gruppe aus Lahn-Dill-Kreis

Kailer gehörte zu einer 17-köpfigen Gruppe meist junger Männer zwischen 30 und 40 Jahre aus dem Lahn-Dill-Kreis. Nach einigen Tagen Aufenthalt in Nepal flog die Gruppe von der Hauptstadt Kathmandu zum 2840 Meter hoch gelegenen Flugplatz von Lukla, der als gefährlicher Flugplatz berüchtigt ist. Nur 600 Meter lang ist die Bahn, die bei bestimmten Wetterlagen nicht einmal sichtbar ist. Erst 2008 verunglückten dort 18 Deutsche tödlich. Amerikaner und Japaner starben in diesem Jahr bei einem Absturz.

Doch Mathias Kailer und seine Freunde kamen unbehelligt zu Boden und starteten zu einer zwölf Tage langen Tour, die sie jeden Tag etwas höher brachte. Allerdings war dies immer wieder mit Abstiegen und erneuten Aufstiegen verbunden, so dass eine beträchtliche Zahl von Höhenmetern zustande kam.

Über Geröllschutt, festen Fels, sehr hoch über Schluchten gespannte Hängebrücken und steile Steintreppen führten die beschwerlichen Wege, die den Bergsteigern alles abverlangten. Beim 5620 Meter hoch gelegenen Punkt des Kala Patthar genoss der Allendorfer eine traumhafte Sicht auf den majestätischen Mount Everest, dem mit 8848 Metern höchsten Berg der Erde.

Wegen Kräftemangels und aufgrund einer akuten Infektion verzichtete Kailer auf den Weitermarsch zum Island Peak. Der Weg bis zum Kala Patthar war ihm Ziel genug, dachte er in Anlehnung an einen Ausspruch Reinhold Messners, den er in diesem Jahr auch in Nepal traf. Sieben der 17 Teilnehmer der Gruppe schafften den Island Peak.

Auch in diesem Jahr besuchte Kailer wieder soziale Einrichtungen in Nepal, das zu den ärmsten Ländern der Erde zählt. Als Mitglied der Organisation Nepalhilfe besuchte er ein Kinderdorf und ein Lehrlingswohnheim, das von der Nepalhilfe unterhalten wird. Gründer und Organisator der Nepalhilfe ist ein Freund Kailers aus Bottenhorn im Biedenkopfer Land. www.nepalhilfe.de

Von Erwin Strieder

Quelle: HNA

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