Haina

Ziel: Der Natur den Weg bereiten

- Haina (Kloster) (apa). Eine Maschine mit einem Wert von einer halben Million Euro zerhäckselt in diesen Tagen etwa 600 Kubikmeter Holz.

Langsam klaubt der Greifer Äste, Zweige und Wurzelstücke vom Boden auf. Zwischen dicken Metallwalzen wird das Holz in kleine Stückchen zerhäckselt und von dort in einen wartenden Lastwagen geblasen. Der Spezialhacker beseitigt die Überbleibsel der Bäume, die der Sturm „Xynthia“ vor wenigen Wochen geworfen hatte. Mit Spezialgeräten waren zuerst die Stämme entfernt worden (FZ berichtete). Nun werden die Kronen und Äste beseitigt. Das Häckselmaterial wird zwar energetisch genutzt – doch dies ist nur ein Nebeneffekt. In erster Linie geht es darum, das Naturschutzgebiet „Wohrateiche bei Haina“ zu pflegen und die Naturverjüngung dort zu optimieren, erklärt Manfred Albus, Leiter der Stiftungsforsten Kloster Haina. Deshalb hat die Obere Naturschutzbehörde das Spezialgerät nach Haina beordert. Etwa sieben Lastwagenladungen mit Kronenmaterial – etwa 600 Kubikmeter – werden insgesamt abgefahren. Frühestens am Montag soll die Straße wieder freigegeben sein. Mindestens sechs bis acht Jahre hätte es gedauert, bis die Äste, Zweige, Wurzeln und Nadeln verrottet wären – und noch dazu hätten sie für einen saureren Boden gesorgt, als Erle, Esche und Ahorn eigentlich mögen – und eben diese Baumarten sollen an den Teichen bei Haina wieder wachsen. Anzeichen von Naturverjüngung sind nun, da die Fichten verschwunden sind, schon deutlich zu sehen. Der Naturschutz bringt den Stiftungsforsten zwar keine Einnahmen, sollte zur Arbeit eines Forstmannes gehören, der das Gesamtbild im Auge behält, sagt Albus. Und die Mühen lohnen sich: Bedrohte Vogelarten wie Wanderfalken, Uhus und Schwarzstörche sind in den Stiftungsforsten heimisch, außerdem einige selten gewordene Amphibien sowie Reptilien und Insekten.

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