Herbelhausen

Am Ziel und zugleich am Anfang

- Gemünden-Herbelhausen (apa). Seit 2007 hat die Stadt Gemünden jedes Jahr versucht, entweder den Ortsteil Lehnhausen oder aber Herbelhausen in das Dorferneuerungsprogramm des Landes zu bekommen. In diesem Jahr hat es geklappt.

Der zweitkleinste Stadtteil kommt, wie auch der Lichtenfelser Stadtteil Goddelsheim, in den Genuss des Förderprogramms. Dieter Posch (FDP), hessischer Minister für Landesentwicklung, überreichte gestern die offizielle Aufnahmebestätigung an den Gemündner Bürgermeister Frank Gleim. Anwesend waren auch einige Mitglieder des Ortsbeirats, Vertreter der städtischen Gremien und des Landkreises sowie die heimischen Landtagsabgeordneten und der Bundestagsabgeordnete Björn Sänger (FDP). Bis zu zehn Jahre lang haben die Stadt Gemünden und die Menschen aus Herbelhausen nun Zeit, ihre Ideen und Wünsche umzusetzen und zu finanzieren. Eine Liste mit Ideen für kommunale Projekte liegt bereits seit drei Jahren vor. Einige dieser Projekte sind bis heute unverändert wünschenswert, sagte Ortsvorsteher Jürgen Wagner. Folgende Punkte stehen auf der Herbelhäuser Prioritätenliste:

- Die Gestaltung eines Dorfmittelpunktes mit den Schwerpunkten Bushäuschen, Spielplatz und Schützenhaus. - Die Überarbeitung der Fassade des Schützenhauses. - Willkommensschilder an den Ortseingängen Herbelhausens, an denen auch Feste angekündigt werden können. - Die Gestaltung des Umfeldes des Feuerwehrgerätehauses. - Eine Unterstellhalle am Friedhof, nachdem das ehemals dort aufgestellte Bushäuschen bei einem Sturm zerstört wurde. - Der Einbau einer Toilettenanlage am Grillplatz Trift. - Die Umwandlung des Festplatzes zu einem Bolzplatz für die Jugend des Dorfes. Tore haben die Herbelhäuser bereits selbst gekauft. - Die Sicherung und Sanierung der Wohrabrücke mit Neubau eines Geländers. - Die Reparatur der Schleuse in der Wohra, die nicht mehr funktionstüchtig ist.- Die neue Verschieferung des Glockenturms auf dem Dach des Schützenhauses mit Stabilitätsprüfung.

„Jetzt gilt es, diese Ideen auf technische und finanzielle Machbarkeit zu überprüfen“, sagte Bürgermeister Frank Gleim. Mit der Aufnahme als Förderschwerpunkt seien die Herbelhäuser am Ziel, aber zugleich am Anfang. Nun seien Politik, Ortsbeirat, vor allem aber die Bürger gefragt. Minister Posch erklärte, Herbelhausen sei mit seinen 87 Einwohnern eines der kleinsten Dörfer, das als Förderschwerpunkt aufgenommen worden sei. Dadurch werde deutlich, dass das Land Hessen daran denke, die Infrastruktur in solch ländlichen Wohnorten zu verbessern. Das Dorferneuerungsprogramm sei das älteste und erfolgreichste Förderprogramms des Landes und weiterhin unumstritten. Der Schwerpunkt des Programms wurde verändert, heute gehe es darum, auf den demografischen Wandel zu reagieren. „Wir wollen beitragen, dass die Dörfer lebenswert bleiben“, sagte Posch. Der Minister appellierte an die Bürger, sich einzubringen. Er wies auch darauf hin, dass die Dorferneuerung dazu beitrage, Investitionen auszulösen, die wiederum die heimische Wirtschaft stärkten. Otto Wilke (ebenfalls FDP) war in Vertretung des Landrats Dr. Reinhard Kubat gekommen. Er betonte, dass nur eine funktionierende Infrastruktur im nahen Gemünden möglich mache, dass sich die Menschen in Herbelhausen wohlfühlen: Schule, Einkaufsmöglichkeiten und ähnliches seien dafür Voraussetzung. Ortsvorsteher Jürgen Wagner warf einen kurzen Blick auf das Dorf, das mit sieben Vollerwerbslandwirten und weit mehr als 300 Kühen deutlich erkennbar landwirtschaftlich geprägt sei. „Ich hoffe, dass alle mitziehen“, appellierte auch Wagner an seine Nachbarn und Mitbürger. Er kritisierte, dass die Stadt und der Ortsbeirat erst sehr spät vom Landkreis über die Aufnahme in das Förderprogramm informiert wurden: Er hatte erst von der Frankenberger Zeitung erfahren, dass Herbelhausen in der Dorferneuerung aufgenommen wurde. Dennoch freute er sich, dass es bald losgehen kann. Zunächst sind nun Gespräche mit der Stadt und dem Ortsbeirat vorgesehen. Sobald die Planungen konkreter sind, soll eine Bürgerversammlung stattfinden, um die Menschen schnellstmöglich zu informieren.

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