Projekt „Kinder machen Zirkus“ in Frankenberg

Vom Zirkuszelt in die Turnhalle

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Spektakulär: Zirkusdirektor Roman von Dobbeler begeisterte mit einer beeindruckenden Feuershow im Zirkuszelt auf dem Frankenberger Burgberg.Fotos Battefeld

Frankenberg - Eine Woche haben sich die jungen Artisten aus dem gesamten Landkreis auf ihren großen Auftritt beim Projekt „Kinder machen Zirkus“ vorbereitet. Und dass sie viel gelernt haben, bewiesen die Artisten bei der Premiere am Freitag.

Schwer zu sagen, wer aufgeregter war: Die Kinder, die nervös ihrem Auftritt in der Manege entgegenfieberten. Oder die vor dem Zirkuszelt in der langen Schlange stehenden Eltern, die ungeduldig auf Einlass warteten. Schließlich ist es nicht alltäglich, dass der eigene Nachwuchs als Fakir, Seiltänzerin oder als Akrobat am Vertikalseil in Aktion zu sehen ist.

Für zusätzliche Aufregung sorgte bei Veranstaltern und Teilnehmern das stürmische Wetter: Denn die Vorstellung am Samstag musste aufgrund der Orkanwarnung vom Zirkuszelt auf dem Burgberg in die Turnhalle der Ortenbergschule verlegt werden. Der Stimmung schadete dies allerdings nicht, wenn auch die Feuerspucker deshalb nicht auftreten konnten.

Beim Projekt „Kinder machen Zirkus“, das bereits zum 16. Mal von Stadt und Landkreis angeboten wurde, ist es allerdings normal, dass Kinder als Stars in der Manege ganz groß raus kommen. Und daher gab es auch in diesem Jahr am Ende viele strahlende Kinder und stolze Eltern, die begeistert applaudierten. Einen großen Anteil am Erfolg des integrativen Projekts, an dem sich 57 Kinder beteiligten, hatte das Team um Zirkusdirektor Roman von Dobbeler vom pädagogischen Zirkus „Dobbelino“ aus Braunschweig. Ihnen war es in kürzester Zeit gelungen, aus Schülern selbstbewusst auftretende Zirkusartisten zu machen, die mutig über Scherben liefen, geschickt Teller drehten oder in luftiger Höhe am Trapez turnten. Unterstützt worden war das Zirkusteam von weiteren einheimischen Betreuern sowie in bewährter Form von Heike Höhl von der Stadtjugendpflege und Noemi Kunze vom Landkreis.

Insgesamt rund 600 Zuschauer erlebten am Wochenende zwei ebenso hochkarätige wie unterhaltsame Vorbestellungen, in denen die jungen Artisten - nicht nur am Vertikalseil - förmlich über sich hinauswuchsen. Auch bei den anderen, mit viel Phantasie und Witz gestalteten Zirkusnummern, sahen die Zuschauer mit Eifer agierende Darsteller, die es sichtlich genossen im Rampenlicht zu stehen.

Für Höhepunkte sorgten die Einlagen der professionellen Zirkuskünstler. Allen voran die Feuerjonglage von Zirkusdirektor Roman von Dobbeler und die lustigen Auftritte seiner Assistentin, Clownfrau Mirinella. In die Fußstapfen ihrer Eltern tritt übrigens auch schon die zwölfjährige Johanna von Dobbeler, die gemeinsam mit Luftakrobatin Mathilde Clapeyron eine perfekte Darbietung am Vertikalseil präsentierte.

Im Mittelpunkt standen allerdings die teilnehmenden Kinder, denen das Projekt „Bewegungserfahrungen, Grenzerfahrungen und den Abbau von sozialen Barrieren“ vermitteln sollte, wie Erster Kreisbeigeordneter Hermann Hirth in seinem Grußwort formulierte. „Das ist eine schöne Aufgabe, die sich der Landkreis und die Stadt gestellt haben“, betonte der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß, der den Kindern und dem ganzen Team dankte.

Anspornende Worte hatte es vor der Premiere auch vom Präsidenten des Kiwanis-Clubs Ederbergland, Erhard Pauly, gegeben, dessen Organisation das zirkuspädagogische Projekt seit sieben Jahren finanziell unterstützt und auch in diesem Jahr wieder 1500 Euro beigesteuert hatte: „Kinder, macht eine tolle Vorstellung“, sagte er und das ließen sich diese anschließend nicht zweimal sagen. (bs)

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