In Hallenberg wird nach dem großen Feuer Hochprozentiges mit thematischem Bezug angeboten

Zündende Schnaps-Idee nach Feuer

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Hallenberg - Streng genommen ist es eine Schnapsidee. Aber warum nicht auch aus Katastrophen etwas Positives ziehen?

Am 25. Januar hatte ein Feuer im Hallenberger Rathaus ganze Arbeit geleistet, das historische Bauwerk stark in Mitleidenschaft gezogen und rund 800.000 Euro Schaden angerichtet. Die Verwaltung sitzt seitdem in der Stadthalle, bis das Gebäude komplett umgebaut und wieder nutzbar ist.

Und dort, im provisorischen Rathaus, kam Michael Gamm, dem jüngsten Standesbeamten des Hochsauerlandkreises, die „zündende Idee“: Wir machen zwei Themen-Schnäpse und aus der Not eine hochprozentige Tugend. Obst- und Williamsbrand „Löschwasser“ und „Rathausbrand“ heißen die beiden Schnapssorten, die ab sofort für zehn Euro zu kaufen sind. Das 38-prozentige „Löschwasser“ ist ein Obstler aus dem Holzfass. Auf dem Etikett des „Löschwassers“ ist die Fassade des Hallenberger Rathauses zu sehen, wie sie im Winter einen Tag nach den Löscharbeiten mit einer dicken Eisschicht überzogen war. Der „Hallenberger Rathausbrand“ hat noch zwei Umdrehungen mehr und ist ein Williamsbirnenbrand. Die 350-Milliliter-Flasche zeigt von weitem einen Blick auf die in dicke Rauchschwaden eingehüllte Sankt-Heribert-Kirche unmittelbar neben dem brennenden Rathaus.

Schon etwas makaber, oder? „Das Ganze ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen“, nimmt Michael Gamm, der mit der Idee zum Bürgermeister ging und sich dort grünes Licht holte, möglichen Kritikern den Wind aus den Segeln – zumal zwei Euro von jeder verkauften Flasche den Hallenberger Kinderspielplätzen zugute kommen. Schon vorher gab es übrigens spezielle „Hallenberger Tropfen“ mit persönlichem Etikett, die zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen verschenkt wurden. Das „Löschwasser“ und der „Rathausbrand“ werden natürlich nicht eigens für Hallenberg gebrannt: Die Obstbrände werden in Bad Arolsen hergestellt, abgefüllt und mit individuellen Etiketten versehen. Zu kaufen gibt es die „Brand-Tropfen“ bei der Tourist-Info und in der Stadthalle.

Von Thomas Winterberg

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