Burgwaldschule: Eine musikalische Entlassfeier mit Spannungsbogen von Udo Jürgens bis „Cro“

„Zug des Lebens unter Dampf halten“

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Frankenberg - Schulleiter Helmut Klein hat am Mittwochabend einen der besten Jahrgänge aller Zeiten mit Zeugnissen von der Burgwaldschule verabschiedet. Alle 135 Mädchen und Jungen erreichten den Abschluss: Fabian Mitze aus der Klasse 10e mit der Traumnote von 1,0.

Wie vielfältig das Angebot an der Burgwaldschule ist, zeigten Schulleiter Helmut Klein, die Lehrer, und die Schüler in der Ederberglandhalle. Moderiert wurde die Feier von Kristin Hampshire und Christian Bartel.

Klein nannte eindrucksvolle Zahlen: Alle 135 Schüler haben den Abschluss erreicht, „eine beachtliche Leistung, die sicher nicht viele Schulen erreichen“. 85 davon haben sogar einen qualifizierenden Realschulabschluss in der Tasche, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe oder des beruflichen Gymnasiums berechtigt.

„In euren Zeugnissen sind sehr viele gute und sehr gute Leistungen dokumentiert. Ihr setzt damit eine langjährige Tradition fort: die mittlere Reife, die an der Burgwaldschule erworben wird, liegt immer noch über den Ergebnissen des Landesdurchschnitts.“ Und dies habe positive Effekte: „Viele Ausbildungsbetriebe und weiterführende Schulen bilden euch gerne weiter aus.“ In vielen Gesprächen sei ihm immer wieder bestätigt worden, dass die „Schulabgänger der Burgwaldschule leistungsfähig, verlässlich und in der Regel erfolgreich in die nächste Phase der beruflichen Bildung eintreten“.

Als Klassenbeste zeichnete Klein gemeinsam mit dem Schulelternbeiratsvorsitzenden Wolfgang Kahler folgende Schüler aus: Magdalena Reese (Klasse 10a) mit einem Schnitt von 1,5, Tobias Knoche (10b, 1,6), Susanne Haas (10c, 2,1), Jannik Bornscheuer (10d, 1,3), Fabian Mitze (10e, 1,0). Kahler hatte zuvor zum erfolgreichen Ende eines Lebensabschnitts gratuliert. An der Burgwaldschule sei den Abgänger das Rüstzeug vermittelt worden, um auch den neuen Lebensabschnitt zu meistern. „Haltet euren Zug des Lebens immer unter Dampf.“

„Spuren hinterlassen“

Klein nannte weitere Fakten: 45 Schülern erhalten zusätzlich zu ihrem Zeugnis noch das Zertifikat, das ihnen die Teilnahme am bilingualen Unterrichtsangebot bescheinigt. Neun Schüler haben die Prüfungen für das Englisch-Zertifikat PET bestanden, erstmals in der Geschichte der Burgwaldschule haben sogar drei Realschüler das Zertifikat „Businessenglisch“ bekommen, ein Schüler sogar mit Bestnote. Sechs Schüler haben ein vergleichbares Sprachzertifikat in Französisch erhalten. 70 Schüler haben den europäischen Computerführerschein gemacht; 56 haben den „Führerschein in vollem Umfang“ erworben. Seit 2007 sind insgesamt 3160 Online-Prüfungen abgelegt worden. Damit zählt die Burgwaldschule zu den aktvisten 20 in Deutschland.

Doch während der meist sechs Jahre an der Realschule ginge es nicht nur um Zahlen, sagte Klein. „Unser Ziel ist es auch, unseren Schülern Verantwortung zu übertragen und sie in die Gestaltung des Schullebens einzubeziehen.“ Der Schulleiter skizzierte die verschiedenen Betätigungsfelder: von den Arbeitsgemeinschaften bis zur Betreuung älterer Menschen im Altenzentrum Auf der Burg. „Ihr habt Spuren hinterlassen“, rief er den Abgängern zu und verwies auf ihr Abschiedsgeschenk.

Im Atrium haben die jungen Erwachsenen ein Bild aufgehängt: der Scherenschnitt eines Mädchens, das fünf Ballone hält und mit diesen fort zu schweben scheint. „Das Mädchen hat ein neues Ziel. Es wirkt neugierig und interessiert auf das, was nach dieser Luftballonfahrt kommt. Das sind sicher neue Herausforderungen, neue Erfahrungen und andere Menschen, die das Mädchen kennen lernen will. So wie dieses Mädchen tretet ihr auch eine neue Reise an. Ich hoffe, sie wird für euch nie langweilig und ihr könnt die neuen Herausforderungen mit Erfolg meistern.

Die Hintergründe dieses Scherenschnitts erläuterte Jörg Bomhardt in seiner zum Teil gesungenen Abschiedsrede - stellvertretend für die Klassenlehrer; unterstützt von weiteren musikalischen Pädagogen. Der britische Straßenkünstler Bansky brachte das Schablonengraffiti ursprünglich „auf der Maurer an, die den Gaza-Streifen abtrennt. Man kann sich gut vorstellen, wie das Mädchen mit den Ballons über die Mauer fliegt in die Freiheit - und dort seine Wege geht“. Während Fotos aus dem Schulleben der Abgänger gezeigt wurden, sang er die Zukunfts-Hymnen „Ihr von morgen werdet neue Wege gehen“ und „Heute beginnt der Rest deines Lebens“von Udo Jürgens.

Abschied mit „Hells Bells“

Ohnehin präsentierte sich die Burgwaldschule von ihrer musikalischen Seite. Die Schulband unter Leitung von Jörg Bomhardt zeigte ihr Können: von „Hakuna Matata“ aus dem „Dschungelbuch“ bis zu „The black Pearl“ aus dem „Fluch der Karibik“. Für Gänsehaut sorgte Abschlussschülerin Pia Bornscheuer. Die unter anderem vom Karneval in Burwald bühnenerfahrene Sängerin begeisterte mit „The Rose“ von Amanda McBroom und rührte zu Tränen. Die Rock-AG um Michael Kaspar ließ es richtig Krachen: mit „Hells Bells“ von „AC/DC“ und „All the small things“ von „Blink 182“.

Im Namen des Jahrgangs erinnerte Kay Imhof an die Zeit an der Burgwaldschule. „Eben waren wir noch Kinder, die auf dem Schulhof Fangen spielten. Und nun sind wir junge Erwachsene, die lernen müssen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.“ Er dankte Lehrern, vor allem aber den Eltern für die Unterstützung. Mit „Wir waren hier“ von „Cro“ verabschiedete sich der Abschlussjahrgang. Ihre Hoffnungen an die Zukunft schickten sie symbolisch mit Luftballons in den Himmel.

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