Battenberg: Kapelle "Schabernack" in der Burgberghalle

Die Zuhörer ersetzen das Gesangsduo

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Böhmische Blasmusik auf hohen Niveau hat am Samstag die bayerische Kapelle „Schabernack“ gespielt. Die Gruppe war im Jahr 2006 Europameister der Blaskapellen.

Battenberg - Mit sichtbarer Begeisterung am Musizieren haben die 15 "Schabernack"-Musikanten um ihren Dirigenten Elmar Walter ein beeindruckendes Konzert auf hohem Niveau gegeben.

Mit hoher Virtuosität, perfektem Spiel und besonderen Interpretationen von Klassikern böhmischer Musik haben die Mitglieder von „Schabernack“ von der ersten Minute ihre Gäste im Griff. Exakt aufeinander eingespielt und mit vielfältiger Dynamik zeigten sie, wie auch bekannte Polkas, Walter und Märsche noch den letzten „Feinschliff“ erhalten können. Da nahmen sie auch in Kauf, dass die Bierflaschen in Nordhessen kleiner sind, als in Oberbayern gewohnt.

Der alte Name „Schabernack im Zwölferpack“ bezog sich auf die ursprüngliche Größe der Kapelle bei der Gründung vor zwölf Jahren - inzwischen ist die Gruppe mit 15 Musikern unterwegs und bietet dabei die bekannte Besetzung wie viele Jahre lang die legendären „Egerländer Musikanten“. Nur wenige bestreiten mit der Musik noch den Lebensunterhalt. die Musiker haben inzwischen meist zivile Berufe, drei sind noch im Gebirgsmusikkorps.

Doch alle spielen auf hohem Niveau - 2006 errang „Schabernack“ den Europameister-Titel. In Battenberg saßen die Musiker fast knapp vier Stunden auf der Bühne der Burgberghalle, unterbrochen von einer Pause und Einlagen von Moderator Andy Leitner, der Stücke und Musiker vorstellte und mit bayerischem Charme für Lacher sorgte.

Kleiner Wermutstropfen: Auf den Gesang mussten die Musikanten weitgehend verzichten. Sängerin Doris Schmid war erkrankt, und die Stimme von Leiter und Sänger Elmar Walter war merklich angegriffen. Doch das Publikum brauchte gar keine Aufforderung: Bei der Polka „Wir sind Kinder von der Eger“ sangen viele Zuschauer mit.

Die Musiker mischten Klassiker wie „Gablonzer Perlen“, „Böhmischer Wind“ oder „Egerland-Heimatland“ mit Eigenkompositionen wie „Egerländer Brautwalzer“ oder die „Herbstfest-Polka“ und mit neueren Stücken im Egerländer-Stil wie der „Böhmische Traum“. Mit Frank Sinatras Swing-Klassiker „My Way“ bewiesen die Musiker, dass sie nicht nur böhmische Klänge beherrschen. Trotz Stimmproblemen griff Dirigent Walter zum Mikrofon und meisterte den Auftritt.

Ausrichter des Konzerts war der Battenberger Musikzug auf Initiative des Ausbilders Dr. Detlef Marburger. Er erhielt zu Beginn des Abends den Landesehrenbrief (siehe unten). Marburger dankte Rainer Bienhaus, der bei der Organisation federführend war. Mitglieder des Musikzugs übernahmen auch die Bewirtung. Der Erlös des Konzerts kommt den vier Battenberger Kindergärten zugute.

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