Frankenberg

Mit Zukunftskonzept auf Erfolgsspur

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- Frankenberg (rou). Zuversicht strahlt er aus, der neue Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses. Und seinen Optimismus begründet Christian Jostes auch mit der „tollen Mannschaft“, mit der er seit dem 1. Juni alleinverantwortlich zusammenarbeitet. Derzeit feilt er an einem Zukunftskonzept, das auch die Mitarbeiter nicht vergisst.

Jostes beschäftigt sich lieber mit der Zukunft als mit der Vergangenheit. Die alten Themen Privatisierung des Frankenberger Kreiskrankenhauses oder Fusion mit dem Korbacher Stadtkrankenhaus will der neue Geschäftsführer deshalb auch nicht

ausführlich kommentieren. Die knappe Einschätzung: „Ein Zusammenschluss mit Korbach scheint aktuell nicht auf der Tagesordnung zu stehen.“ Und doch behält Jostes die Vergangenheit bei der Zukunftsplanung im Blick. Die Einrichtung in kommunaler Trägerschaft schreibt zwar im Vergleich zu früher keine roten Zahlen mehr, die finanziellen Altlasten sind jedoch noch nicht abgebaut. Doch eine „finanzielle Gesundung“ hat sich Jostes auf die Fahnen geschrieben. Wie dies gelingen soll, will er dem Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses in einer Sitzung am 14. September präsentieren. Dann stellt Jostes sein Zukunftskonzept vor.

Doch Bange ist ihm vor dieser Zusammenkunft nicht. „Die Gespräche waren bisher alle sehr harmonisch und von der Aussprache über Sachthemen geprägt.“ Der neue Geschäftsführer hofft, dass er vom Kontrollgremium grünes Licht für sein Zukunftskonzept erhält. „Dann müssten Einzelthemen in Zukunft nicht mehr politisch diskutiert werden.“ Denn Entscheidungen gibt es in den nächsten Monaten und Jahren etliche zu fällen, sagt Jostes.

„Wir müssen uns nicht verstecken“, lautet seine Bewertung des Ist-Zustandes des Krankenhauses. Doch seine Vorstellungen vom Soll sehen anders aus. Und erreicht haben will Jostes diesen Zustand spätestens in fünf Jahren. Der Geschäftsführer nennt drei Aspekte: Schulden abbauen, Investitionen tätigen, und wieder in die Tarifbindung zurückkehren. Vor allem dies sei ihm wichtig. „Wir haben eine tolle Mannschaft, die sehr motiviert ist.“

Doch an der allgemeinen Lohnentwicklung sei sie in den vergangenen sieben, acht Jahren nicht beteiligt worden. Dies soll sich ändern. Erforderlich sei dafür aber der nötige finanzielle Spielraum des Kreiskrankenhauses. Und um diesen zu erlangen, gelte es, die Einrichtung auch medizinisch weiterzuentwickeln. Dabei sprechen die Zeichen der Zeit laut Jostes sogar für das kommunale Krankenhaus. Der Chef-Ökonom hat ausgemacht, dass nicht mehr die Bildung von großen Einheiten, sondern die Entwicklung von leistungsstarken, heimatnahen Versorgungseinrichtungen im Trend liegt. Er begründet dies unter anderem mit dem demographischen Wandel. Der Aufbau des Medizinischen Versorgungszentrums bewertet Jostes deshalb auch als richtige Entscheidung.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 6. September

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