Zurück ins geregelte Leben

Thomas Haack hilft mit Huskys schwer erziehbaren Jugendlichen

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Drückt einen seiner vielen Hunde: Thomas Haack mit dem Husky-Rüden Wotan.

Frankenau. Wer das Haus des Ehepaares Thomas und Iris Haack in Frankenau betritt, wird sofort von Huskys umzingelt. Die Hunde - insgesamt zehn - haben einen besonderen Auftrag: Sie helfen schwer erziehbaren Jugendlichen dabei, wieder einen geordneten Alltag zu führen.

„Eigentlich machen sie fast die gesamte Arbeit“, sagt Thomas Haack mit einem Lächeln. Der 59-Jährige ist hauptberuflich in der Jugendhilfe tätig und hat sich mit seinem Husky-Projekt selbstständig gemacht.

Mehrmals im Jahr kommen Jugendliche für drei Monate zu Thomas Haack ins Haus. „Die jungen Menschen sind in Jugendheimen oder in Familien nicht mehr klar gekommen und brauchen nun eine Einzelbetreuung“, berichtet Thomas Haack. Im Zusammenleben mit den Huskys sollen sie dann wieder zurück in ein geregeltes Leben finden. Der 59-Jährige erklärt, wie das funktioniert. „Zunächst lernen die Jugendlichen die Hunde kennen. Nach zwei Wochen sind sie dann für einen oder zwei von ihnen verantwortlich und müssen lernen, die Tiere zu pflegen und zu versorgen.“ Da Huskys immer einen gleichen Tagesablauf haben, müssen sich auch die Jugendlichen an stets wiederkehrende Rituale halten und erfahren so, wie ein Tag strukturiert wird. Außerdem werden die schwer erziehbaren Jugendlichen laut Thomas Haack dadurch vom Husky-Rudel schnell akzeptiert und in deren Gemeinschaft aufgenommen. „Das ist für die jungen Menschen sehr wichtig ist, denn was sie am wenigsten mögen ist, als Außenseiter zu gelten.“

Eines der Kernziele ist laut Thomas Haack aber vor allem das Training mit den Hunden für Husky-Rennen. „Ich fahre mit den Jugendlichen und den Tieren zu Übungs- und Campingplätzen in Deutschland. Dort bereiten wir uns auf Wettbewerbe vor, die bundesweit stattfinden. Die jungen Leute haben dann ein Ziel vor Augen, das sie erreichen wollen - nämlich bei den Rennen gut abzuschneiden“, betont Thomas Haack. „Die schwer erziehbaren Jugendlichen stehen gerne im Mittelpunkt, das versuchen sie aber in der Regel mit negativen Sachen wie Drogenkonsum oder anderen Straftaten zu erreichen. Wenn sie bei Rennen aber eine gute Leistung zeigen, stehen sie aufgrund von positiven Dingen im Mittelpunkt.“

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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