Maistadtfest in Frankenberg

Zwei märchenhafte Tage

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Eine Aktion der Theatergruppe aus Schreufa: Schneewittchen zog mit ihren sieben Zwergen durch die Innenstadt. Es wurde gesungen und hin und wieder eine Szene aus dem Märchen gespielt.

Frankenberg - Buntes Treiben bei bestem Wetter: Am Samstag zeigte sich der Mai rechtzeitig zum Maistadtfest von seiner besten Seite. Doch auch am verkaufsoffenen Sonntag war die Stadt voller Menschen, die sich über gelungene Aktionen und viele Märchenfiguren freuten.

Es war eine eher zufällige zeitliche Überschneidung, die aber durchaus als voller Erfolg gewertet werden kann: der Maifeiertag, der Beachcup und das altbewährte Maistadtfest des Kaufmännischen Vereins mit verkaufsoffenem Sonntag an einem Wochenende - die Altstadt und die Fußgängerzone waren voll. Voll von gut gelaunten Besuchern und Märchenfiguren. Denn zum dritten Mal war das Maistadtfest zugleich die Eröffnungsveranstaltung für das in fünf Städten stattfindende Märchenfestival „Fünf auf einen Streich“.

Viel Aufsehen erregte die Theatergruppe aus Schreufa: Der Nachwuchs der Laiendarsteller zog als Schneewittchen und die sieben Zwerge durch die Altstadt, sang das aus dem Spielfilm „Sieben Zwerge“ bekannte „Zwergenlied“, und wenn er an Frau Holle vorbeimarschierte, dann regnete es Süßigkeiten, auf die sich sogleich die Kinder der bummelnden Passanten stürzten. Auch das Hessentagspaar war in märchenhafte Robe gewandet und warb für Hofgeismar. Schließlich hatten auch die heimischen Einzelhändler eine große Schar von verkleideten Werbeträgern auf die Straßen geschickt.

„Hauptmärchen“ des Wochenendes war das weniger bekannte Grimm-Werk „Die Bienenkönigin“. Die Schaufenster waren mit den fleißigen Honigsammlern gespickt. Und auch der Imkerverein präsentierte seine Arbeit und insbesondere seine Produkte am Iller-Platz mit einem großen Stand. Kunstlehrerin Corina Tkacenko hatte in den Räumen des ehemaligen Textilgeschäfts Käufler eine Ausstellung mit Werken ihrer jungen Schüler vorbereitet. Passend zum Märchenmotto waren die Arbeiten ebenfalls mit Bienen sowie mit Motiven aus „Hänsel und Gretel“ geschmückt. Während des Stadtfestes durften die Kinder unter Anleitung Styropor-Bienen bemalen oder sich schminken lassen - wobei sich der Schmetterling als ebenso beliebt wie die Biene erwies.

Bei Musik und Speisen andere Kulturen entdecken

Thematisch deutlich ernster, programmatisch aber dennoch amüsant ging es im Bürgertreff „Zeitraum“ in der Steingasse zu. Die Verantwortlichen hatten ein interkulturelles Fest organisiert und damit zugleich die Lücke zwischen Fußgängerzone und Obermarkt gefüllt. Ausländische Mitbürger und Bewohner des Flüchtlingsheims auf dem Kegelberg hatten mit gebürtigen Frankenbergern eine Vielzahl von internationalen Speisen vorbereitet, die jeder für eine freiwillige Spende probieren durfte. Landrat Reinhard Kubat, die Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel, die Landtagsabgeordnete Daniela Sommer, Werner Rühl vom Berufsförderungswerk für Handwerk und Industrie, Rüdiger Heß und sein Erster Stadtrat Willi Naumann griffen gleich am Samstagmorgen zu. Letzterer absolvierte am Mittag auch einen musikalischen Auftritt im Hinterhof des Bürgertreffs. Er war einer von vielen Musikern, die zu dem Fest beitrugen - den Beginn hatte der Vöhler Martin Kerste mit Songs von 1968 bis heute gemacht. Er warb auch für einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen. Ein kleines Kinoprogramm zu den Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern rundete das interkulturelle Fest ab.

Am Sonntag dann boten die heimischen Einzelhändler „Ersatz“ für den Maifeiertag, an dem die Läden geschlossen hatten: Sie öffneten ihre Türen und lockten mit einer Vielzahl von Sonderangeboten trotz durchwachsenen Wetters auch viele Besucher aus benachbarten Landkreisen an. Und auch das Frankenberger Tor hatte geöffnet.

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