Frankenberger Taubenzüchter Harald Below ist Jungtiermeister

Zwiebeln als Fitmacher für die Tauben

Der Frankenberger Taubenzüchter Harald Below freut sich vor seiner schmucken Gartenschlaganlage über den Meistertitel mit Jungtauben in der Reisevereinigung Frankenberg. Foto: Frank Seumer

Frankenberg - Seit Kindesbeinen ist Harald Below mit dem Brieftaubensport verbunden. Als Jungtiermeister in Reisevereinigung und Fluggemeinschaft feierte er seine ersten Titel.

Sie sind erst vor einem halben Jahr aus dem Ei geschlüpft und legten bereits Flugstrecken bis 270 Kilometer zurück: Die Jungtauben der Frankenberger Brieftaubenzüchter absolvierten fünf Wettflüge und bewiesen Orientierungsvermögen, Ausdauer und Schnelligkeit. Die schnellsten Tauben besitzt der Frankenberger Harald Below.

Seit seinem zehnten Lebensjahr ist er im Brieftaubensport aktiv. Zuerst züchtete er gemeinsam mit seinem Vater Hans-Ludwig in der Korbacher Straße, seit 2007 fliegen die Tauben vom eigenen Gartenschlag im Wohngebiet Umkreis. Below freut sich über das Interesse von Nachbarn und Freunden am Hobby, bedauert jedoch den fehlenden Nachwuchs in den Brieftaubenvereinen. 25 Züchter aus dem Raum Frankenau, Rosenthal, Burgwald und Frankenberg schicken ihre Tiere jedes Wochenende gemeinsam auf die Reise.

Im März schlüpften die ersten Taubenküken aus den Eiern. Nach den ersten Flugrunden im Mai wurden sie von den Züchtern im Juli regelmäßig auf kurzen Entfernungen trainiert. Anfang August begannen die Wettflüge für Jungtauben. Der erste Auflass fand im hessischen Gelnhausen statt. Die Geismarer Schlaggemeinschaft Friedhelm Homberger und Marcel Vollmann hatte die schnellste Taube. Beim zweiten Auflass ab Marktheidenfeld freuten sich Horst und Björn Wolf in Altenlotheim über den schnellsten Flieger.

Willi Mandel meldete eine Woche später nach dem Start in Wiesentheid die schnellste Taube. Nach 220 Kilometern ab Tennenlohe landete die erste Taube bei Wilhelm Kroll in Friedrichshausen. Der letzte Auflass fand in Neumarkt statt. Die Tauben benötigten über vier Stunden für 270 Kilometer und kamen erst in den Abendstunden an. Marco und Elias Waßmuth registrierten das erste Tier.

Für die Meisterschaft werden die besten fünf Tauben auf allen fünf Wettflügen gewertet. Der Frankenberger Harald Below schaffte es, sogar sechs Tauben bei allen Wettflügen im ersten Drittel der Heimkehrer zu platzieren. Sie erzielten die höchsten Fluggeschwindigkeiten und lagen damit preisgleich vor den Tauben von Gerhard Pfuhl aus Röddenau, Wilhelm Kroll, Christian Korzeniewsky aus Röddenau, Friedhelm Homberger und Marcel Vollmann sowie Fritz, Jörg und Kevin Völlmig aus Röddenau. Auch in der Konkurrenz der Fluggemeinschaft Edertal mit 55 Züchtern flogen Belows Tauben an die Spitze. Er besitzt auch das beste Einzeltier mit 470 Punkten und fünf Platzierungen unter den ersten 30 Heimkehrern. Jeweils eine bronzene Medaille des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter für die fünf schnellsten von zehn vorbenannten Tauben errangen Harald Kaufmann aus Ellershausen und Harald Below.

Gute Versorgung als Garant

Below ging mit rund 50 Jungtieren an den Start. Auch bei den Wettflügen für Alttauben war er in den vergangenen Jahren stets vorn mit dabei. Zum Meistertitel reichte es bisher nicht. Der 40-Jährige nennt die Qualität seiner Tauben und die gute Versorgung als Erfolgsgaranten. Dabei wird er auch von seiner Mutter unterstützt. Die Zuchttauben hält er gemeinsam mit Hans-Jürgen Battefeld aus Viermünden. Die Gartenschläge befinden sich auf dem neusten technischen Stand mit Kotförderung und Rosten, um Staubentwicklung und allergischen Reaktionen vorzubeugen. Bei der Fütterung setzt Below auf Natur: Knoblauch, Zwiebeln oder Oregano-Öl übers Körnerfutter besitzen eine natürliche antibiotische Wirkung.

In Zeiten rückläufiger Aktivenzahlen im Brieftaubensport setzt der Meisterzüchter auch auf neue Wege. Er beteiligt sich an mehreren „One Loft Races“. Im Frühjahr schickte er mehrere untrainierte Jungtauben nach Südafrika, Portugal und nach Willingen-Eimelrod. Dort werden jeweils über 1000 Jungtauben von verschiedenen Züchtern unter gleichen Bedingungen in einer Schlaganlage gehalten und auf die Reise geschickt. Aus den Einsätzen werden für die besten Tauben Geldprämien gezahlt. In Eimelrod freute sich Below über den 26. Platz in der Wertung unter 1200 Tauben.

Von Frank Seumer

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