Fachtagung "Betreutes Wohnen" mit behinderten Menschen in Frankenau

Zwischen Mobbing und Kummerkasten

Was wünschen sich Menschen mit Behinderung, womit sind sie zufrieden? In Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmer der Fachtagung auch kreative Vorschläge und Wünsche.Foto: Tobias Treude

Frankenau - Etwa 400 Menschen mit Behinderung nutzen das Angebot des betreuten Wohnens des Lebenshilfe-Werks. Was gut läuft und was verbesserungswürdig ist, erarbeitete ein Teil der Bewohner bei einer Fachtagung in Frankenau.

Zum achten Mal haben die Mitarbeiter des Lebenshilfe-Werks Waldeck-Frankenberg zur Fachtagung „Betreutes Wohnen“ eingeladen. Eine Fachtagung deshalb, weil die Bewohner selbst ihre Wünsche und Ideen äußern.

50 Menschen mit Behinderung aus dem gesamten Landkreis waren am Freitag nach Frankenau gekommen, um unter dem Hauptthema „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ über aktuelle Entwicklungen zu reden. Was sich zunächst trocken anhört, wurde im Verlauf des Tages erarbeitet. Zunächst stellten Anette Bourdon und Stefanie Schulte von der Initiative „People First“ die Behindertenrechtskonvention in leichter Sprache vor. Anschließend ging es in vier Gruppen in die Detail-arbeit. Die Teilnehmer erarbeiteten zu den Kategorien „Eigene Meinung sagen“, „Frauen mit Behinderung“, „Menschen mit Behinderung anerkennen“ sowie „Gleiche Rechte und Pflichten“ ihre Ideen und Vorschläge. Ziel sei es, so Mitorganisatorin Gudrun Henkel, die Menschen mit Behinderung direkt mit einzubeziehen und die Wünsche der Bewohner auch umzusetzen. „Was wünschen sich die Bewohner, und was kann das Lebenshilfe-Werk tun?“, formulierte es Henkel. Sie hat die Fachtagung gemeinsam mit Tanja Mankel-Truß und Sigrid Bongert veranstaltet.

Dabei sind die Forderungen häufig sehr konkret. „Die Themen unterscheiden sich nicht von denen in der Gesamtgesellschaft“, sagt Gudrun Henkel. Eine Gruppe wünschte sich zum Beispiel ein Seminar zum Thema Mobbing, sei es bei der Arbeit oder in der Wohngruppe. Andere fordern zusätzliche Freizeitangebote oder einen Kummerkasten. Spezieller wird es, wenn sich die Bewohner zum Beispiel Verträge in leichter Sprache wünschen.

Lobende Worte gab es von den Teilnehmern auch dafür, dass die Betreuer gut zuhören. Und so trägt die Fachtagung wohl auch dazu bei, dass sich die Bewohner ernst genommen fühlen. (tt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare