Leitplanken sollen schützen

Zwischen Römers- und Friedrichshausen schleudern häufig Autos aus der Kurve

Unfallschwerpunkt: Allein sechs Unfälle nahm die Polizei im vergangenen Jahr hier im Kurvenbereich der Landesstraße 3073 zwischen Römershausen und Friedrichshausen auf. Jetzt wurden zusätzliche Schutzplanken (rechts) angebracht. Foto: Biedenbach

Römershausen/Friedrichshausen. Nach sechs Unfällen in einem Jahr wurden jetzt zusätzliche Leitplanken an der kurvigen Strecke zwischen Römershausen und Friedrichshausen aufgestellt. 

 „Endlich wurde an diesem Unfallschwerpunkt die richtige Maßnahme ergriffen“, sagt der Hainaer Andreas Hesse gegenüber der HNA und fügt hinzu: „Leider musste erst ein junger Mann so schwer verletzt werden, dass er bis heute unter den Folgen des Unfalls leidet, bevor reagiert wurde.“ Die Rede ist von dem Unfallschwerpunkt im Kurvenbereich der Landesstraße 3073 zwischen Römershausen und Friedrichshausen.

Nach dem Unfall Ende Februar 2017, bei dem der junge Mann aus der Großgemeinde Haina schwerst verletzt wurde, nahm die Polizei im Laufe des vergangenen Jahres noch fünf weitere Unfälle auf. Bei fünf Unfällen wurden Menschen verletzt, drei erlitten schwere und vier leichte Verletzungen. Viermal konstatierte die Polizei die folgende Unfallursache: wegen nicht angepasster Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn von der Straße abgekommen.

Sogar tödliche Unfälle

Auch in den Vorjahren sind auf der Strecke schwere Unfälle passiert, sogar mit tödlichem Ausgang. Immer wieder schleudern Autos und Motorradfahrer mit ihren Fahrzeugen in den Straßengraben, aufs Feld und gegen Bäume. Nun hat die Polizei die Strecke als Unfallschwerpunkt anerkannt. Kriterium ist dafür laut Polizeisprecher Volker König, dass innerhalb eines Kalenderjahres mindestens drei Verkehrsunfälle gleicher Art passieren.

Es wurden Maßnahmen für mehr Sicherheit ergriffen. Zunächst wurde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 60 bergab in Fahrtrichtung Friedrichshausen eingeführt. Und nun stellte die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil auch zusätzliche Schutzplanken in dem Kurvenbereich auf, „um damit mögliche Unfallfolgen zu verringern und den Streckenverlauf zu verdeutlichen“, wie Polizeisprecher König erläuterte. „Damit sind jetzt alle Möglichkeiten zur Vermeidung künftiger Unfälle ausgeschöpft“, fügte er hinzu.

Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus kommentiert die Maßnahmen so: „Ich begrüße sie außerordentlich, da sie mehr Sicherheit bringen. Aber es gibt noch genügend Stellen, wo man ebenfalls Leitplanken anbringen könnte.“

Hessen-Mobil rüstet auf

Hessen-Mobil sei bereits dabei, zusätzliche Schutzplanken an Straßen anzubringen, erläutert Sprecher Horst Sinemus auf HNA-Anfrage. Hintergrund seien neue gesetzliche Vorgaben, die nun mehr Schutzplanken vorsehen.

„Den Einsatz von Schutzplanken, regeln die Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme. Dort ist festgelegt, wo und unter welchen Umständen Schutzeinrichtungen aufgestellt werden müssen und welcher Art und Güte diese dann sein müssen“, erläutert Sinemus – auch im Hinblick auf Kritiker, die solche Schutzplanken vor allem als Verletzungsgefahr für Motorradfahrer sehen. 

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