Hamburg

Barbara Kisseler wird neue Kultursenatorin

- Ein politischer Coup: Der künftige Bürgermeister Olaf Scholz hat die bisherige Chefin der Berliner Senatskanzlei, Barbara Kisseler, nach Hamburg geholt. Sie wird neue Kultursenatorin.

Aus Hannover, hat sie einmal gesagt, habe sie Standvermögen mitgenommen – und „Liebe zur Sache“, wie sie das nannte: „Diese Art von Arbeit hält man nur aus, wenn man das mag. Sonst gehen einem die schwierigen Künstlerpersönlichkeiten, mit denen man es zu tun hat, irgendwann auf die Nerven.“ Rund zehn Jahre lang war die heute 61-jährige Barbara Kisseler im niedersächsischen Wissenschaftsministerium als Abteilungsleiterin für Kultur zuständig, ehe die gelernte Germanistin und Theaterwissenschaftlerin 2003 nach Berlin wechselte. Jetzt hat Hamburgs designierter Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Parteilose als künftige Kultursenatorin der Hansestadt verpflichtet.

Scholz ist damit ein kleiner Coup gelungen: Kisseler, die in Berlin zunächst Kulturstaatssekretärin und 2006 dann Chefin der Senatskanzlei geworden war, gilt als kompetente, kreative und durchsetzungsfähige Kulturpolitikerin. In Hannover war sie unter anderem an der Verpflichtung von Opernintendant Albrecht Puhlmann, Schauspielintendant Wilfried Schulz und Ballettchef Stephan Thoss beteiligt. Außerdem etablierte sie Veranstaltungen wie das Festival Theaterformen. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sie als Kulturpolitikerin in sein „Kompetenzteam“ berufen.

Nun soll Kisseler, die aus Nordrhein-Westfalen stammt, in Hamburg „die Neuausrichtung der Kulturpolitik mit ihren umfangreichen Kenntnissen bereichern“, wie Scholz erklärt. Auf ihr ruhen dabei große Erwartungen: Ihr Amtsvorgänger Reinhard Stuth (CDU) war zuletzt von Kulturschaffenden massiv angegriffen worden: Mit Kürzungen am Schauspielhaus und Plänen für eine Schließung des traditionsreichen Altonaer Museums hatte die schwarz-grüne Landesregierung Proteststürme entfacht. Die Museumsschließung, versprach Olaf Scholz, sei inzwischen vom Tisch. Gleichwohl wird auch Kisseler mit ihrem Budget haushalten müssen. Schließungen von Kultureinrichtungen, bekannte sie einmal in einem Interview mit dieser Zeitung, seien die „dümmste, weil kurzsichtigste Art des Sparens“.

Simon Benne

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