Ausstellungs-Tipp

„Duckomenta": Wie Enten die (Kunst-)-Welt erobern

- Zum Schmunzeln und Lachen: Die Sonderausstellung „Duckomenta" in Hildesheim schreibt die europäische Kunst- und Kulturgeschichte neu. Die Comic-Helden aus Entenhausen als Mona Lisa, Goethe und Che Guevara.

Dieser Blick verzückt die Männerwelt. Mit großer Anmut steht sie da, den Rücken leicht zum Betrachter ihres Porträts gewandt, in einem Traum von einem weiten weißen Tüllkleid wirft sie ihren ganzen Charme mit einem Hauch Erotik in diesen Augenaufschlag über die Schulter. Doch stopp! Seit wann hat Kaiserin Sissi denn einen gelben Schnabel und weißes Gefieder?

Dieses besondere Gemälde der Elisabeth von Österreich-Ungarn hängt in der Eingangshalle des Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim und ist einer von zahlreichen Belegen für die in jüngster Zeit wohl erstaunlichste wissenschaftliche Erkenntnis: Die Enten sind unter uns – seit Tausenden von Jahren!

Die Ausstellung „Duckomenta – Welt – Kultur – (Enten-)Erbe“ zeigt wie die menschliche Kulturgeschichte der letzten 5000 Jahre von den uns bislang nur als Walt Disneys Comic-Helden bekannten Enten beeinflusst und gelenkt wurde. Der Besucher sieht einbalsamierte alt-ägyptische Enten-Mumien, erfährt den wahren Ursprung des Begriffs „entern“ aus der Wikinger-Zeit und entdeckt, dass nicht Neil Armstrong sondern eine Ente ihren Fußabdruck als Erste auf dem Mond hinterlassen hat.

Enten-Mumie. Bild: dpa

Überflüssig zu erwähnen, dass das Ganze nicht ernst zu nehmen ist. Aber wer schon immer mal so richtig lachen wollte in einem Museum, der sollte diese Schau nicht verpassen. Denn die Verantwortlichen für diesen Riesenspaß, die Berliner Künstlergruppe interDuck, hat wirklich nichts ausgelassen.

Kaum ein Gemälde von Weltruhm, das nicht im Enten-Format daherkommt. Ob die Mona Lisa, Wolfgang von Goethe, Mao, Frida Kahlo oder Raffaels Engel – hier standen Donald, Daisy, Dagobert und Tick, Trick und Track Porträt. Insgesamt 400 Werke umfasst die Ausstellung in Hildesheim, einige wurden extra für diese Präsentation gefertigt.

Leonardo da Vincis Mona Lisa. Bild: InterDuck

Seit mehr als 25 Jahren treibt die Gruppe interDuck die Ver-Entung der Welt voran. Über dem Ganzen steht die Frage, welche Werke Picasso, da Vinci, Monet oder Dali wohl hinterlassen hätten, wenn sie die Comic-Figuren aus Entenhausen schon gekannt hätten.

Trotz alle Fiktion legen die Künstler viel Wert auf Authentizität und lassen bei den Bildern nicht den Computer arbeiten, sondern den realen Pinsel – mit viel Liebe zum Detail. So hat denn der Besucher ihrer Ausstellung auch nicht nur seinen Spaß, sondern nimmt noch einiges an Allgemeinwissen über die verschiedenen Kunst- und Kulturepochen mit.

Die „Duckomenta“ macht auf ihrer Tour durch Europa noch bis zum 1. Mai 2011 in Hildesheim Station. Um vollkommen in das Enten-Universum einzutauchen, ist eine der öffentlichen Führung mit den Museums-Mitarbeitern zu empfehlen. Und auf Schloss Marienburg vor den Toren der Stadt sind übrigens auch noch einige Enten zu entdecken.

Weitere Infos zur Ausstellung auf der Homepage des Museums

Zur Homepage der interDuck

Vanessa Meyer

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