Auf Abschiedstournee

Familie Popolski bringt Zuschauer zum Toben

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Der Heißeste: Cousine Dorota.

Hannover - Mit der Show „Polka’s coming home - der Beste von der Beste“ bringt die Familie Popolski ihre rund 2700 Zuschauer in der Swiss Life Hall zum Poltern und Toben. Dabei ist das Programm voller Superlative.

Wer noch immer denkt, dass die gute Popmusik der letzten Jahrzehnte aus England, Amerika oder Deutschland käme, der irrt. Einzig die Familie Popolski kennt die Wahrheit: Queen, Prince und Dieter Bohlen stahlen die großen Pophits von ihrem Großvater Pjotrek Popolski. Gemeinsam tourte die Familie die letzten Jahre durch Deutschland, um die Verhältnisse musikalisch geradezurücken. „Hannover ist der City von Polka!“, sagt Pawel Popolski. Und er behält recht: Mit der Show „Polka’s coming home - der Beste von der Beste“ bringt die Familie Popolski ihre rund 2700 Zuschauer in der Swiss Life Hall zum Poltern und Toben.

Janusz am Bass, Cousine Dorota als schillernde Sängerin, die eineiigen Zwillinge Henjek und Stenjek als Bläserduo, Bogdan im Blaumann, Marek am Akkordeon, Andrzej als „Botschafter der Liebe“, Danusz am Piano und Mirek an der E-Gitarre. Der deutsche Komponist und Musiker Achim Hagemann sitzt als Pawel, der älteste Bruder der Popolskis, hinter dem Schlagzeug und leitet die Show. Mit polnischem Akzent, perfekt gerolltem „R“ und Schnauzer gibt er sehr glaubwürdig den polnischen Provinzler.

Da alle 20 Minuten eine Wodkapause gewerkschaftlich vorgeschrieben ist, lehrt die Familie Popolski ihre Besucher auch prompt, wie man Wodka richtig trinkt. Nach dem Verzehr kippen alle den Plastikbecher über die Schulter: Ein Schauer an Schnapsbechern fliegt auf die Hintermänner und -frauen. Die Stimmung ist feuchtfröhlich.

Nicht nur Kabarett, auch musikalisch wird einiges geboten

Die Familienband spielt „We Will Rock You“ in polnischer Polka-Manier: Der rastlose Zweivierteltakt verwandelt die Swiss Life Hall in einen brodelnden Kessel. Apropos Kessel: Pawel Popolski holt sich just Kesselpauken auf die Bühne und trommelt ausholend und rhythmisch auf diesen. Spätestens hier zeigt sich, dass die Familie Popolski neben ihrer parodistischen Kabarettshow auch musikalisch einiges zu bieten hat.

Als Femme fatale stolziert Dorota, „der Heißeste von der Heißesten“, auf die Bühne. Im engen roten Glitzerkleid mit langem Beinschlitz haucht sie die ersten Töne von Mando Diaos „Dance With Somebody“ ins Mikrofon. Dorotas voluminöse, teilweise überspitzt kratzige Stimme formt aus dem seichten Radiohit eine wahre Soulperle.

Mit einer dreihalsigen E-Gitarre verwandelt Mirek Popolski die Klaviermusik der „Ballade pour Adeline“ in ein Gitarrensolo mit dem Titel „Ballade pour Adrenaline“. Dazu muss sich das Publikum einhaken und gemeinsam zu den Klängen schunkeln. Rechts, links, rechts, links, rechts ­- und wieder rechts. Berühungsängste gibt es bei der Polka nicht.

Das Programm der Familie Popolski ist voller Superlative: die verrückteste Ballade („Gans in Weiß“), der leiseste Popsong („Let‘s Get Loud“), der traurigste Song der Welt („Crying at the Discoteque“). Die Tournee „Polka’s coming home - der Beste von der Beste“ beendet das Projekt Popolski. Mit Ovationen im Stehen und lautem Fußgetrommel verabschiedet sich das Publikum von den Familienmitgliedern mit ihrer skurrilen, bunten Bühnenshow und dem sympathischen polnischen Akzent.

Vanessa Kanz

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