Besucherzahlen

Die freien Theater Hannovers starten optimistisch in die neue Spielzeit

- Seit gut einem Jahr firmieren die acht freien hannoverschen Theater unter der gemeinsamen Dachmarke „ft“. Nicht zuletzt auch auf Drängen der Stadt hatten sie sich zusammengeschlossen, um effektiveres Marketing zu betreiben. Die Rechnung ist offenbar aufgegangen.

Bei der Vorstellung des neuen „ft“-Spielplans war von „furiosen Besucherzahlen“ im Jahr 2008 die Rede. Zu den mehr als 700 Vorstellungen kamen rund 51 000 Gäste. Hannovers Kulturdezernentin Marlis Drevermann sprach von einem „großen Erfolg“, der nicht zuletzt auf verstärkte Kommunikation nach außen und den Netzwerkcharakter zurückzuführen sei. Der Bekanntheitsgrad der einzelnen Gruppen habe sich erhöht. Zudem sei dem Publikum nun auch bewusster, dass die freien Theater kein Laienspiel böten, sondern professionelle und anspruchsvolle Bühnenarbeit, sagte „ft“-Sprecherin Christine Kolanus.

Bei allem Jubel und auch Optimismus, mit dem die Theater (Commedia Futura, Compagnie Fredeweß, fensterzurstadt, Klecks-Theater, Theater an der Glocksee, Theater in der List, Theaterwerkstatt Hannover und Theatrio Figurentheaterhaus) jetzt in die neue Spielzeit starten, machte Harald Schandry vom Klecks-Theater jedoch auf die finanzielle Situation aufmerksam, die es noch zu optimieren gelte. Zwar herrschten für Freischaffende in Hannover im Vergleich zu anderen Städten wie Braunschweig „paradiesische Zustände“. Doch mit einer Gesamtförderung von 600 000 Euro seitens der Stadt arbeiteten die freien Theater im Gegensatz zum Staatstheater nach wie vor im „Niedriglohnsektor“. „Da fehlt noch ein Stück zum Himmel“, sagte Schandry, will das aber nicht als Angriff auf das Schauspielhaus verstehen. Im Gegenteil. Man blicke gespannt auf den neuen Intendanten Lars-Ole Walburg, der schließlich seine Wurzeln in der freien Szene habe und daher vielleicht an gemeinsamen Projekten interessiert sein könnte.

Mit einem Rabattsystem, bei dem Besucher zwei Euro Ermäßigung bekommen, wenn sie zwei unterschiedliche Produktionen hintereinander besuchen, sowie der Aufnahme in den „Aktivpass“, der Hartz-IV-Empfängern freien Entritt gewährt, hoffen die „ft“-Mitglieder auf noch mehr Zulauf. Das neue Programm dürfte mit attraktiven Premieren, Gastspielen und einer Gesprächsreihe zur Bedeutung der freien Theater auf jeden Fall publikumswirksam sein.

Von Kerstin Hergt

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