Bezahldienst vorgestellt

Google stellt neue Android-Version "M" vor

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- Google hat die neue Version Smartphone-Betriebssystems Android gestellt, die "M" genannt wird. Außerdem wird Google Now weiterentwickelt: Es soll mehr Informationen über die Gewohnheiten und Interessen der Nutzer sammeln können. Zudem stellte Google den Bezahldienst Android Pay vor.

Der US-Internetriese Google hat eine neue Vision seines Smartphone-Betriebssystems Android vorgestellt, dessen Sprachsteuerung ein Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Anwendungen erlauben soll. "Ihr Smartphone sollte schlauer sein", sagte Aparna Chennapragada, die bei Google für das Sprachsteuerungsprogramm Google Now zuständig ist, am Donnerstag bei einer Google-Entwicklerkonferenz in San Francisco. In der neuen Version Android M, die dieses Jahr auf den Markt kommen soll, kann Google Now demnach auch andere Apps öffnen, um beispielsweise Erinnerungen und Termine einzutragen.

Chennapragada demonstrierte die Neuerung, indem sie zunächst einen Song über den Streamingdienst Spotify aufrief. Dann fragte sie laut, wer da singe. Google Now lieferte daraufhin Informationen über den Sänger und seine Band aus dem Internet.

Der Branchenexperte Avi Greengart sagte mit Blick auf die Weiterentwicklung von Google Now, die Google-Entwickler würden darauf hinarbeiten, dass die Anwendungen mehr Informationen über die Gewohnheiten und Interessen der Nutzer sammeln können. Letztlich ermögliche Google damit passgenauere Werbung und steigere dadurch seine Einnahmemöglichkeiten, sagte Greengart.

In San Francisco stellte Google darüber hinaus seinen Bezahldienst Android Pay vor, der das Bezahlen mit Geld oder Kreditkarten durch Transaktionen mit dem Smartphone ersetzen soll. Damit versucht Google offenbar, den Anschluss an den US-Konkurrenten Apple zu halten, der vergangenes Jahr seinen Bezahldienst Apple Pay vorstellte.

afp

Die Ankündigungen auf einen Blick

Die neue Android-Version "M " soll dem Smartphone-Nutzer von sich aus die passenden Informationen zur richtigen Zeit liefern. Dafür werden Daten wie Ort und Kalender-Einträge ausgewertet.

Die Google-Suche kann direkt in verschiedene Apps eingewoben werden. Damit kann man zum Beispiel gesprochene Fragen zu einem Song stellen, der gerade in einer Musik-Anwendung läuft.

Google will eine zentrale Rolle bei der Vernetzung des Alltags übernehmen. Für das sogenannte "Internet der Dinge" gibt es die abgespeckte Android-Variante "Brillo". Über das Protokoll "Weaver" sollen verschiedensten Geräte miteinander kommunizieren können. Google macht damit - wie viele andere Anbieter - den Versuch, in dem heute zersplitterten Geschäft einen Standard zu etablieren.

Nutzer von Android-Smartphones bekommen ein mobiles Bezahlsystem , mit dem sie in Läden, aber auch innerhalb von Apps zahlen können. Android Pay soll auf Telefonen mit NFC-Nahfunk laufen. Für mehr Sicherheit soll die Unterstützung von Fingerabdruck-Sensoren sorgen.

Google will Erinnerungen speichern. Im neuen DienstGoogle Photo können unbegrenzt Fotos und Videos hochgeladen werden, die dann über verschiedene Geräte abrufbar sind. Die Software erkennt automatisch Personen, Gegenstände und Orte in den Bildern. Dadurch kann man nach bestimmten Ereignissen suchen.

Virtuelle Realität für alle : Das Projekt "Cardboard", bei dem man mit Smartphone und einer faltbaren Papp-Brille in virtuelle 3D-Welten eintauchen kann, bekommt auch eine iPhone-App. In Schulen sollen mit "Cardboard" virtuelle Ausflüge an ferne Orte möglich sein. Der Bauplan für das Aufnahme-System aus 16 Kameras wird frei verfügbar.

Google-Karten gibt es künftig auch offline . Bisher musste man zum Beispiel im Ausland auf Kartendienste anderer Anbieter ausweichen, wenn man sich ohne Internet-Verbindung orientieren wollte. Demnächst können auch bei Google Karten heruntergeladen werden, die Routen-Anweisungen funktionieren trotzdem.

dpa

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