Filmkritik

„Hänsel und Gretel“ jagen Hexen im Märchenwald

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Foto: Wenn die lieben Kleinen erwachsen werden: Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) arbeiten inzwischen als Hexenjäger.

Berlin - Sie sind der Schrecken der Hexen. Wo dieses Duo mit abgesägter Schrotflinte, Armbrust und Kettensäge hinlangt, da schlägt jeder hexischen Brut das letzte Stündchen. So mähen Hänsel und Gretel (Jeremy Renner, Gemma Arterton) grimmig durch den deutschen Märchenwald.

Ein Duo infernale in schwarzem Leder entdeckte als ausgesetztes Geschwisterpaar seine Berufung. Die Hexe im Knusperhäuschen liegt bald im fauchenden Ofen. Leider naschte Hänsel etwas viel von den süßen Wänden. Jahre später macht er zwar rau und rabiat seinen Job als Hexenjäger, ist aber zuckerkrank. Gretel hingegen ist einfach nur eine verdammt sexy Wilderin.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ ist genau das, was sein Titel verspricht: versplatterter Fantasy-Horror. Da wird wenig zimperlich zugeschlagen. Da kracht das Baumholz unter den Kampfkaskaden. Da wird Dauerfeuer gegeben. Da geht ein Troll um, der das Hexengesindel mit Quadratlatschen plattmacht. Das kann einen moralisch total empören. Muss es aber nicht. Denn beim Auftrag geht es ja immerhin um verschwundene Kinder und die ganz infame Oberhexe Muriel, einen tumben, groben Sheriff sowie ein grausames Blutmondritual.

Das alles ist nicht mit Samthandschuhen zu erledigen. Da muss schon anderes Werkzeug her. So machte der Norweger Tommy Wirkola („Dead Snow“) für 60 Millionen Dollar (ausgegeben in Babelsberg und deutschen Wäldern) aus dem Horrormärchen ein Horrorgemetzel. Das ist rasant geschnitten, aber nicht besonders originell. Im Auffrisieren waren „Red Riding Hood“ und „Snow White and the Huntsman“ schon weiter. Ganz zu schweigen von Neil Jordans „Zeit der Wölfe“ von 1984.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger“, Regie: Tommy Wirkola, 84 Minuten, FSK 16, Kinostart: 28. Februar.

Von Norbert Wehrstedt

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