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„hart aber fair“: Lauterbach rechnet wegen Tönnies-Ausbruch massiv mit Laschet ab

Auch an diesem Montagabend geht es bei „hart aber fair“ wieder um Deutschland in Zeiten der Corona-Krise.  „Massenerkrankung in Fleischfabrik - Gefahr fürs Land?“ lautet das Thema.

Update 23. Juni 2020: Mittlerweile hat Armin Laschet einen lokalen Lockdown verkündet.

Update 22.20 Uhr:  Droht NRW nach dem erneuten Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ein erneuter Lockdown? Wenn es nach Ministerpräsident Armin Laschet geht zumindest fürs Erste nicht, das der Ausbruch „lokalisierbar“ sei. Eine Einschätzung für die der SPD-Politiker Karl Lauterbach kein Verständnis hat. In „hart aber fair“ wurde Lauterbach mit den Aussagen von Laschet konfrontiert und holte als Antwort zum Rundumschlag auf den Ministerpräsidenten von NRW aus. 

„Ehrlich gesagt ist mir diese Aussage rätselhaft, ich glaube auch, dass das nicht stimmt“, so der Epidemiologe. „Eine Dimension von 1500 Infizierten, das erreicht man nicht über 1-2 Wochen. Wahrscheinlich ist das Virus eher vier, sechs oder vielleicht auch acht Wochen in der Region schon unterwegs“, so der 57-Jährige. 

„hart aber fair“ (ARD): Lauterbach rechnet mit Laschets Krisenmanagement ab - „es gibt keine Linie“

Die Landesregierung würde jedoch die Corona-Tests nur auf die Tönnies-Mitarbeiter beschränken und sich der Illusion hingeben, dass es außerhalb der Mitarbeiter kaum Fälle im Landkreis gebe. „Es wäre eine Überraschung, wenn es nicht stark übergesprungen wäre“, so die Einschätzung des SPD-Politikers. Im weiteren Verlauf der Sendung wird der Vorwurf diskutiert, Armin Laschet kommuniziere seine Strategie im Kampf gegen einen erneuten Ausbruch nicht richtig. 

Für Lauterbach ist diese These jedoch zu kurz gedacht. Der SPD-Politiker geht noch einen Schritt weiter. „Das Problem ist nicht, dass die Linie nicht kommuniziert wird, sondern es gibt auch keine Linie. Es wird immer wieder angedeutet, es gebe einen Lockdown, aber es ist nicht so. Damit gehe ich die Gefahr ein, dass ich die entscheidende Woche verliere, in der ich das noch begrenzen könnte“, verurteilt Lauterbach das Verhalten von Laschet

Lauterbach habe mit mehreren Kollegen gesprochen und keiner davon hätte die Laschets Handhabung der Situation für gut befunden. „Das widerspricht auch all unseren Regelungen“, schließt der Gesundheitsexperte seine Abrechnung mit Laschets Krisen-Management und bezieht sich dabei auf die Regelungen des Bundes, wonach bei mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ein Lockdown eingeleitet werden müsse. Ein Punkt der Lauterbach besondere Sorgen macht ist die beginnende Ferienzeit in NRW. Dann könnten viele Familien - auch aus dem betroffenen Landkreis - in anderen Teilen von Deutschland Urlaub machen und so zu einer Verbreitung beitragen.

Nach dem Massen-Ausbruch bei Tönnies gibt es nun den nächsten Hotspot: In einer Wiesenhof-Fabrik in Oldenburg ist das Coronavirus erneut ausgebrochen.*

Tönnies statt Trump in der ARD: Corona-Ausbruch in NRW sorgt für Änderung bei „hart aber fair“

Originalmeldung vom 22. Juni: 

Berlin - Am Montag, dem 22. Juni 2020 strahlt die ARD noch eine letzte Folge von „hart aber fair“* aus, ehe sich Moderator Frank Plasberg und sein Team in die Sommerpause verabschieden. Das bisherige Talkshow-Jahr 2020 war natürlich maßgeblich von der Coronavirus-Pandemie geprägt und so diskutierte auch Plasberg mit seinen Gästen Woche für Woche über Auswirkungen und Folgen im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus. Vor der Sommerpause sollte dann aber doch mal wieder ein anderes Thema im Studio bei „hart aber fair“ im Fokus stehen. Ursprünglich sollte die TV-Diskussion zu dem Thema „Die gespaltenen Staaten - zerbricht Amerika an Donald Trump?“ stattfinden, doch die durch Corona bedingte Dynamik der Lage in Deutschland führte zu einer kurzfristigen Änderung. 

„hart aber fair“ (ARD): Mehr als 1300 Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern - eine Gefahr für das Land? 

Der Corona-Ausbruch beim nordrhein-westfälischen Fleischverarbeiter Tönnies sorgt dafür, dass Plasberg und mit seinen Gästen erneut über die Corona-Krise und die Verbreitungsrisiken durch Schlachthöfe diskutiert. Bereits vor wenigen Wochen stand bei „hart aber fair“ ein ähnliches Thema auf der Tagesordnung, als unter anderem Arbeitsminister Hubertus Heil und Grünen-Chef Robert Habeck im Studio zu Gast waren, um über die Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen zu diskutieren. 

Nachdem sich nun bereits über 1300 Mitarbeiter des Fleischverarbeiters mit Sars-CoV-2 infiziert haben und das Infektionsgeschehen in NRW wieder Fahrt aufnehmen zu scheint, heißt es heute bei „hart aber fair“ eben Tönnies statt Trump. „Massenerkrankung in Fleischfabrik - Gefahr fürs Land?“, lautet der neue Titel der Talkshow am Montagabend. Für dieses Thema hat sich Frank Plasberg erneut eine illustre Runde an Gästen eingeladen. Karl-Josef Laumann (CDU), der Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales in NRW, darf unter anderem mit der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und dem SPD-Politiker und Epidemiologen Karl Lauterbach über die Ausnahmesituation in „seinem“ Bundesland diskutieren. Ab 21 Uhr startet am Montagabend die Diskussionsrunde mit Moderator Frank Plasberg

„hart aber fair“ (ARD): Mit diesen Gästen diskutiert Frank Plasberg am Montagabend 

Die Gäste am 22. Juni bei „hart aber fair“:

  • Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales in NRW
  • Christian von Boetticher, stellv. Vorsitzender Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE)
  • Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Bundestag 
  • Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), Bundestagsabgeordneter, Gesundheitsökonom und Epidemiologe
  • Michael Bröcker, Journalist, Chefredakteur der Media Pioneer GmbH

Ein polnischer Fleischzerleger beschreibt seinen Knochenjob bei dem Fleischfabrikanten Tönnies* - die Details sind erschütternd.

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Rubriklistenbild: © dpa / Horst Galuschka

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