Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis

Heimat vorn

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Foto: Sam Riley als Greider in einer Szene des Films „Das finstere Tal“. Die Bestsellerverfilmung „Das finstere Tal“ geht als großer Favorit in das Rennen um den Deutschen Filmpreis.

Berlin - Der Kassenknüller hat es auch geschafft: "Fuck Ju Göhte" ist für den Deutschen Filmpreis nominiert. Das ist nicht so selbstverständlich, wie es klingt - da muss man nur mal Til Schweiger fragen. Klarer Favorit ist allerdings ein anderer Film.

Den Vorwurf, den Sensationserfolg des Jahres übersehen zu haben, wollte sich die Deutsche Filmakademie offenbar nicht machen lassen und hat die Pennäler-Komödie von Bora Dagtekin für die Endausscheidung am 9. Mai auf den Schild gehoben. Zwei sehr unterschiedliche Interpretationen des Heimatfilms führen das Feld an: Der Alpen-Western "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska geht mit gleich neun Nominierungen als Favorit ins Rennen, gefolgt von Edgar Reitz' Auswanderer-Epos "Die andere Heimat", das sechs Nominierungen auf sich versammeln konnte. In der Konigsklasse um den besten Film konkurrieren ebenso Frauke Finsterwalders Ensemblefilm "Finsterworld", Newcomer Jakob Lass mit seinem erfrischenden Liebesfilm "Love Steaks" und Georg Maas mit dem Stasidrama "Zwei Leben". Bei den Männern treffen so unterschiedliche Darsteller wie Dieter Hallervorden ("Sein letztes Rennen"), Sascha Alexander Gersak ("5 Jahre Leben") und Hanno Koffler ("Freier Fall") aufeinander, bei den Frauen Carla Juri ("Feuchtgebiete"), Juliane Köhler ("Zwei Leben") und Jördis Triebel ("Westen", soeben erst im Kino angelaufen). Bei den Dokumentarfilmen treten an: Alphabet" von Erwin Wagenhofer, "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" von Arne Birkenstock und "Master Of The Universe" von Marc Bauder. Und bei den Kinderfilmen machen Detlev Bucks Hexengeschichte "Bibi & Tina", Katja von Garniers Pferdefilm "Ostwind" und Markus Dietrichs DDR-Geschichte "Sputnik" die Sache unter sich aus.Es dürfte also spannend werden im Berliner Tempodrom: Dann werden nicht nur die goldglänzenden Lolas in insgesamt 16 Kategorien vergeben, sondern auch rund drei Millionen Euros aus der Schatulle der Kulturstaatsministerin.

von Stefan Stosch

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