Tanz

Internationaler Choreografenwettbewerb mit neuem Schwung

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Eric Gauthier ist mit dem Stück "Punk Love" beim Wettbewerb vertreten.

- Frischer, neuer, jünger: Der Ballettgesellschaft peppt ihre Veranstaltung auf. Im Juni präsentieren sich Künstler aus aller Welt in Hannover.

Sieben Jahre lang stand der "Internationale Choreografenwettbewerb" der hannoverschen Ballettgesellschaft im Mittelpunkt der Ostertanztage an der Niedersächsischen Staatsoper. Nach Differenzen in Fragen der Organisation geht die Ballettgesellschaft nun wieder eigene Wege und richtet ihren renommierten Wettbewerb, der Nachwuchstalenten aus aller Welt die Chance bietet, sich einem breiten Publikum sowie Experten aus der Tanzszene vorzustellen, am 23. und 24. Juni im Theater am Aegi aus.

Nicht nur Spielort und Datum sind neu. Die Ballettgesellschaft unter Vorsitz von Christiane Kraul, die im vergangenen Herbst die Nachfolge von Alexander Rudnick angetreten hatte, hat das Konzept überarbeitet. Frischer und neuer soll die 26. Ausgabe über die Bühne gehen.

"Wir wollen vor allem noch mehr junges Publikum ansprechen", sagt Kraul. Neben den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer garantiert auch das Rahmenprogramm unterhaltsame Einblicke in die junge Tanzszene: Nach der ersten Vorrunde, die am Eröffnungstag um 14.30 Uhr beginnt, bestimmen von 19.30 Uhr an drei ehemalige Wettbewerbssieger sowie das von John Neumeier im September 2011 ins Leben gerufene Bundesjugendballett den Abend.

Das am Hamburger Ballettzentrum angedockte Bundesjugendballett, zu dem acht frisch ausgebildete Tänzer im Alter von 18 bis 23 Jahren zählen, zeigt in Hannover erstmals sein viel umjubeltes Stück "Dressed up in Tissue Paper" von Natalia Horecna. Die jungen Tänzer dürften gespannt auf die Teilnehmer des Contests sein, denn, das ist eine Premiere, die Compagnie stiftet einen Produktionspreis. Der Sieger darf mit dem Bundesjugendballett ein eigenes Stück einstudieren.

Neben den zwei in Hannover freischaffenden Choreografen Felix Landerer und Hans Fredeweß, der mit seinem Schulprojekt "Mots - Time out!" mit 45 Jugendlichen kommt, prägt der in Stuttgart arbeitende Kanadier Eric Gauthier das weitere Programm. Er ist mit dem Stück "Punk Love" und noch einmal mit seiner Siegerchoreografie "Ballet 101" von 2007 vertreten - dem wohl besten und mittlerweile berühmtesten Stück, das jemals im Rahmen dieses Wettbewerbs gezeigt wurde. Landerer präsentiert neben seinem einstigen Wettbewerbsbeitrag "Suits" das für die schwedische Compagnie Norrdans kreierte Stück "Feeding Monsters".

Die Frist für die Bewerber läuft noch bis zum 2. Mai. Doch die Ballettgesellschaft ist zuversichtlich, dieses Mal bis zu 20 Teilnehmer nominieren zu können. Mit Mehrkosten für die Veranstaltung im Aegi, das über etwa 1200 Plätze verfügt, rechnen die Ausrichter nicht. Der rund 100000 Euro teure Wettbewerb wird unter anderem von der Stiftung Niedersachsen und der Stadt Hannover finanziert. Künstlerischer Leiter des Wettbewerbs ist wie in den Vorjahren der Niederländer Ed Wubbe vom Scapino Ballett Rotterdam, das ebenfalls wieder einen Produktionspreis vergibt.

Die Sieger werden im Finale am Sonntag von 19 Uhr an gekürt. Der erste Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Die Jury besteht aus internationalen Tanzexperten, etwa Marco Goecke, Braunschweigs Tanzdirektor Jan Pusch und dem ehemaligen hannoversche Ballettchef Stephan Thoss vom Staatstheater Wiesbaden. Jörg Mannes, Direktor des hannoverschen Staatsballetts, fehlt. Der Ballettgesellschaft zufolge hat er andere Verpflichtungen.

Mehr Infos im Netz unter www.ballettgesellschaft.de. Karten: (0511) 9893333.

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