HAZ-Interview

Karolína Kurková: „Ich bin auch nicht perfekt“

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Foto: Karolína Kurková ist Jurorin bei „Das perfekte Model“.

Hannover - Ab Dienstag sucht VOX „Das perfekte Model“. Tausende junge Frauen lassen dann wieder Bauch, 
Beine und Po bewerten. Topmodel Karolína Kurková ist Jurorin bei der Show – und spricht in HAZ-Interview über das neue Format.

Frau Kurková, Sie suchen in Ihrer neuen Show das „perfekte Model“. Braucht die Modeindustrie wirklich pure Perfektion?

Es liegt viel Schönheit in Unvollkommenheit. Die Mädchen in unserer Show sind auf viele Arten schön – da geht es nicht nur um die physische Seite. Wir haben zehn Kategorien entwickelt, wie ein Model „perfekt“ werden kann. Wir suchen nicht nach Perfektion im Aussehen, es geht nicht um die perfekten Maße.

Und was gehört dann dazu?

Wir suchen jemanden, der das Potenzial hat, ein in einem realen Business international erfolgreiches Model zu sein: Dazu gehören Charisma, Willensstärke, gut vor der Kamera zu sein, Professionalität, Persönlichkeit, Auftreten. Wir gucken uns die Weiterentwicklung jeder Kandidatin genau an. Die zehn Kategorien helfen uns und den Mädchen, Entscheidungen besser nachzuvollziehen.

Würden Sie sich selbst als perfekt bezeichnen?

Ich denke nicht, dass ich perfekt bin – ich versuche, es zu sein. Ich arbeite sehr hart, bin diszipliniert und professionell. Als Model ist man wie ein Athlet, muss ständig an seinem Körper arbeiten. Ich habe viele Dinge, die es braucht, um erfolgreich zu sein in diesem Beruf. Aber ob ich physisch perfekt bin? Nein! Meine Nase zum Beispiel ist nicht perfekt. Aber unsere Unvollkommenheit macht uns doch alle einzigartig. Wir sollten einfach alle versuchen, so gut zu sein, wie wir nur können.

Warum übt der Beruf des Models für viele junge Frauen immer noch so eine Faszination aus – trotz vieler negativer Geschichten über die Branche?

Es ist der Traum eines Mädchens, vor der Kamera zu stehen, geschminkt zu werden, Prinzessin zu sein. Es sind junge Frauen, die erwachsen werden und mehr über sich selbst lernen. Jede Industrie hat Plus- und Minuspunkte – ich habe vor allem gute Erfahrungen mit der Branche gemacht.

Inwiefern?

Als ich mit 14 Jahren in die Branche kam, war ich sehr unsicher mit meinem Aussehen, vor allem wegen meiner Größe. Man hat mich nie in Kleidern gesehen, auch habe ich beim Lächeln nie meine Zähne gezeigt. Das Business hat mir gezeigt: Es ist okay, anders zu sein. Ich bin um die Welt gereist, habe tolle Leute getroffen und viel über Mode, Fotografie und Marketing gelernt. Ich bin kreativ und liebe es, so viel über verschiedene Bereiche der Industrie zu lernen.

Auf allen Kanälen laufen im deutschen Fernsehen derzeit Castingshows. Verträgt der Markt noch eine?

Es gibt viele Musikcastingshows, da stimme ich zu. Viel zu viele. Aber das Konzept Modelshow, da gab es bisher nur die von Heidi Klum. Es ist durchaus Platz für so ein Format, in dem man sehen kann, wie sich die Mädchen entwickeln, besser werden.

Und was unterscheidet Ihr Format von „Germany´s Next Topmodel“?

Wir machen eher eine Dokumentation. Wir suchen nicht nur in einem Casting, sondern auch auf der Straße. Denn kein erfolgreiches Model wurde je bei einem Casting gefunden. Sie wurden entdeckt – irgendwo, irgendwie. Wir sind außerdem die ganze Zeit mit den Mädchen zusammen, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag – und das über Monate. Wir kennen sie und ihre Talente gut. Wir können ihnen den richtigen Weg in dieser Branche zeigen.

Die Fragen stellte Hannah Suppa

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