NS-Raubkunst

Kunstsammlungen müssen Lehndorff-Erben Gemälde zurückgeben

- Im Restitutionsstreit mit den Lehndorff-Erben müssen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) offenbar einen Teil des reklamierten Familienbesitzes zurückgeben.

Nach einem Vorabbericht der „Dresdner Morgenpost“ (Mittwochausgabe) entschied das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, dass sieben Gemälde, eine Zeichnung und 27 Bände des Zedlerschen Lexikons von 1739 an die Erben des Verschwörers vom 20. Juli 1944, Heinrich von Lehndorff, zurückgehen sollen.

Ein entsprechender Bescheid sei an die Verfahrensbeteiligten versandt worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamts der Zeitung. Im Fall der Gemälde sei die Entscheidung gefallen, ohne dass der „zweifelsfreie Nachweis“ erbracht worden sei, dass sich diese im Besitz der Familie des Hitler-Attentäters befunden hätten. Dass die Bilder größtenteils Angehörige der Familie Lehndorff zeigten, sei nur ein Indiz dafür. Grundlage der Entscheidung sei ein Protokoll eines Kunstwissenschaftlers aus dem Jahr 1947. Die SKD hätten nun vier Wochen Zeit, schriftlich Stellung zu nehmen.

Ein entsprechender Bescheid war vor zehn Tagen über 60 Kunstgegenstände aus der Burg Kriebstein ergangen. Von den SKD hatte die Familie neben den Bildern insgesamt 34 Bücher und 16 Kostümteile zurückgefordert. Im Streit mit den Kunstsammlungen Chemnitz muss das Amt noch über neun Gegenstände entscheiden. Zudem fordern die Erben Nachrecherchen zu 22 weiteren dort vermuteten Objekten.

Heinrich Graf von Lehndorff stammte aus Steinort in Ostpreußen und war von den Verschwörern des 20. Juli als Verbindungsoffizier eingesetzt worden. Er wurde nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler zum Tode verurteilt und am 4. September 1944 in Berlin hingerichtet.

ddp

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