„Absolutely Anything“

Monty Pythons planen neuen Film

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Foto: Sind im Boot: Terry Gilliam, John Cleese (oben), Terry Jones und Michael Palin (unten, v. l.).

London - Die Monty Pythons wollen es noch einmal wissen: Seit Mitte der achtziger Jahre ist es still geworden um die Gruppe, die mit „Das Leben des Brian“ einen gefeierten Sketch drehte. Jetzt planen die fünf Komiker einen neuen Film – als Außerirdische.

„Wir wollten immer vermeiden, eingeordnet zu werden. Wir wollten die Leute immer überraschen, keinen bestimmten Stil haben. Die Tatsache, dass das Wort ,pythonesque‘ jetzt im Oxford-Englisch-Wörterbuch steht, zeigt, dass wir absolut gescheitert sind.“ Sagt Terry Jones, einer der Erschaffer des Pythonesken, und wenn man sich eine kleine Pause vor dem letzten Satz des Statements denkt, ist man schon wieder mittendrin im Reich von Monty Python, diesem schräg-anarchistischen Humoruniversum, das die Grenzen des Komisch-Absurden mit ein paar Geniestreichen ein gehöriges Stück nach außen verlegte.

Die Serie „Monty Python’s Flying Circus“ Ende der sechziger Jahre, von Alfred Biolek nach Deutschland importiert, markierte die Richtung, und die patchworkartigen Spielfilme „Monty Python’s wunderbare Welt der Schwerkraft“, „Ritter der Kokosnuss“, „Das Leben des Brian“ und „Der Sinn des Lebens“ pflanzten die verrückten Ideen dieser fünf höchst seltsamen Briten und eines Amerikaners in die Köpfe auch der deutschen Komikfreunde: der „dode Papagei“, das „Ministry of Silly Walks“, die „Ritter vom Nie“, die „spanische Inquisition“, Diskussionen über die judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa. Und natürlich der gekreuzigte Brian, der „Always Look on the Bright Side of Life“ pfeift und die Pythons sogar kurzfristig zu einer Brit- und Hitpopband machte. Dass in den Sketchen immer wieder gefräßige Zeichentrick-Mehrfamilienhäuser durchs Bild liefen und Königin Viktoria von einem Riesenfuß platt gemacht wurden (der übrigens aus einem Gemälde von Agnolo Bronzino stammt), wunderte einen bei so viel Premium-Nonsens auch nicht mehr.

Seit Mitte der achtziger Jahre ist es still geworden um die Truppe, doch für Überraschungen ist sie immer noch gut. Das US-Branchenblatt „Variety“ hat gerade vermeldet, dass die Pythons einen neuen Film machen wollen, und zwar bis auf Graham „Brian“ Chapman, der schon 1989 gestorben ist, die gesamte Truppe: John Cleese (72), Michael Palin (68), Terry Gilliam (71), Eric Idle (68) und eben Terry Jones, der morgen 70 wird.

Um was wird es gehen? Der Titel des Werks, „Absolutely Anything“, hilft da nicht so richtig weiter, aber Jones, der Regie führen wird, hat schon mal verraten, dass es sich um eine „Science-Fiction-Farce“ handeln soll, eine Mischung aus Computeranimation und Realfilm, in dem die fünf betagten Herren Außerirdischen ihre Stimme leihen sollen. Die Aliens verleihen einem Erdling die Kraft, absolut alles zu tun, um zu sehen, was er alles durcheinanderbringt. Ein allwissender Hund spielt auch mit, gesprochen von Robin Williams, und weil Produzent Mike Medavoy schon hinter der „Pink Panther“-Serie steckte, wird ein Wiedergänger von Inspektor Clouseau mitwirken.

Schwer zu erklären, aber vermutlich war die „Wunderbare Welt der Schwerkraft“ damals noch viel schwerer zu erklären. Jones sagt zwar, dass es kein Monty-Python-Film werde, aber „dessen Sensibilität“ habe. Im Frühling sollen die Dreharbeiten beginnen, Filmstart soll 2013 sein. Ein anderes Jones-Projekt muss nun wohl noch ein bisschen warten: Er arbeitet an einer Heavy-Metal-Version des Balletts „Der Nussknacker“.

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