Konzert-Reihe

Pro Musica bringt große Namen nach Hannover

- Rolando Villazón, Lang Lang, Anne-Sophie Mutter, Bryn Terfel: An Stars herrscht kein Mangel in der kommenden Pro-Musica-Saison in Hannover.

Jetzt kommt mehr Farbe ins Spiel. Die Signalfarbe Rot war schon immer ein Erkennungszeichen für die Pro-Musica-Konzerte. In der kommenden Saison werden die Programmhefte und die Programme noch farbiger ins Auge fallen: Die einen mit noch mehr Rot, die anderen mit bunterer Palette. Das passt zu einem Angebot, in dem an Stars kein Mangel herrscht. Dafür sorgt schon die neue Konzertreihe K. Das K steht für Klavier, das Ausrufezeichen hinter dem Wort Klavier für den Glamour, den Namen wie Lang Lang versprechen. Der will im April 2011 mit Sonaten von Beethoven und Prokofjew den Kuppelsaal bezwingen. Im akustisch besser geeigneten Großen Sendesaal des NDR gibt es Grigory Sokolov und Hélène Grimaud zu erleben – und Gabriela Montero, den improvisierenden Wirbelwind, der südamerikanische Stücke mitbringt und freihändige Improvisationen verspricht.

Gewiss ist die kommende Saison vor allem für Klavierfreaks besonders spannend, aber wenn schon Streicher zu Wort kommen, dann die Spitzen ihres Fachs: Cellistin Sol Gabetta spielt zum Auftakt der Orchesterreihe am 26. Oktober Elgars Cellokonzert und wird dabei vom Helsinki Philharmonic Orchestra unter John Storgårds begleitet. Julia Fischer wird von Daniel Müller-Schott im Doppelkonzert von Brahms unterstützt – Zoltán Kocsics leitet die Ungarische Nationalphilharmonie.

Geiger Gidon Kremer kommt mit seiner Kremerata Baltica am 16. Oktober zum Auftakt der Konzertreihe B, die jetzt „Spitzenensembles, große Stars“ heißt. Anne-Sophie Mutter und ihr Kammermusikensemble „Mutter’s Virtuosi“ laufen allerdings unter dem Stichwort „Orchester der Welt“. So viel Anspruch ist nur mit dem Superlativ der sinfonischen Musik zu toppen. Den Abschluss der Orchesterreihe in der kommenden Pro-Musica-Saison wird im Mai 2011 Gustav Mahlers „Sinfonie der Tausend“ machen. 1000 Mitwirkende werden es zwar nicht werden, aber mit dem NDR Sinfonieorchester, der Tschechischen Philharmonie und insgesamt sechs Chören (darunter dem Knabenchor Hannover) sowie acht Solisten wird das Konzertpodium im Kuppelsaal übervoll sein. Dirigent ist Christoph Eschenbach. Der begann einst auch als Klavierkünstler und passt damit bestens in die Phalanx der Pianisten: Der Nachwuchs stellt sich in der Konzertreihe C vor, die einst „Preisträger am Klavier“ hieß und jetzt „Talente entdecken“ überschrieben ist – was später auch anderen Instrumenten eine Chance geben könnte.

Auch im Orchesterprogramm muss das Klavier nicht schweigen. Der norwegische Querkopf Leiv Ove Andsnes spielt mit dem London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski das zweite Brahms-Konzert; dazu kommt als weiterer Beitrag zum Mahler-Jahr dessen Bearbeitung von Beethovens „Eroica“-Sinfonie. Die junge Anna Vinnitskaya, die 2007 in Brüssel gewonnen hat und in Hannover vor zwei Jahren beim Preisträgerkonzert die Hörer verzaubert hatte, zäumt Tschaikowskys Schlachtross in b-Moll auf – mit dem Tschaikowsky Sinfonieorchester Moskau (unter Vladimir Fedoseyev): Und Martin Helmchen, der Newcomer unter den Sensiblen, spielt zusammen mit der Academy of St. Martin in the Fields natürlich Mozart. Die Pianistin Mitsuko Uchida zeigt sich diesmal vor allem als Kammermusikerin und bringt Barbara Sukowa als Erzählerin für Schönbergs „Pierrot Lunaire“ mit – und den klugen Klarinettisten Jörg Widmann. Das Swedish Chamber Orchestra unter Thomas Dausgaard präsentiert das scheue Nachwuchstalent Kit Armstrong mit Mozarts C-Dur-Konzert Nr.25.

Albrecht Meyer singt zusammen mit den Berliner Barock Solisten auf seiner Oboe und dem Englischhorn, Håkan Hardenberger auf der Trompete. Und dann gibt es auch noch die Stimmband-Virtuosen: Der Altus Andreas Scholl huldigt mit der Accademia Bizantina der Musik von Henry Purcell. Und als Pro- Musica-Spezial gibt es dann noch drei Sänger-Superstars: Thomas Quasthoff folgt dem Motto „Tell it like it is“ diesmal als Jazz- und Bluessänger. Bariton Bryn Terfel stellt unter der Überschrift „Bad Boys“ die „Schurken der Musikgeschichte“ vor, zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester. Und der wieder genesene Tenor Rolando Villazón lässt mit den „Bolivar Soloists“ Gesänge seiner mexikanischen Heimat strahlen: „Sones Mexicanos“. Bei aller Weltläufigkeit kommt das Lokalkolorit nicht zu kurz: Traditionsgemäß präsentiert Pro Musica im Dezember die Konzerte von Mädchenchor Hannover und Knabenchor Hannover in der Marktkirche.

Weitere Infos auf der Homepage von Pro Musica: www.promusica-hannover.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare