Filmkritik zu „Jack Ryan: Shadow Recruit“

... nur noch kurz die Welt retten

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Foto: Bekämpft seine Feinde mit Köpfchen statt mit Muskeln: Jack Ryan (Chris Pine).

Berlin - Undurchsichtige Finanztransfers und Terrorgefahr:Der Film „Jack Ryan: Shadow Recruit“ belebt mit modernen Bedrohungen den alten Ost-West-Konflikt. Der britische Shakespeare-Experte Kenneth Branagh erzählt damit eine erstaunlich amerikanische Geschichte.

Großbritanniens Shakespeare-Experte Kenneth Branagh wandelt weiter abseits bekannter Pfade. Nach seinem Ausflug ins Comicgeschäft mit dem ersten Teil von „Thor“ hat er jetzt in einem Film Regie geführt, der in einer Reihe steht mit Werken wie „Mission: Impossible“ oder den James-Bond-Filmen. „Jack Ryan: Shadow Recruit“ bringt Branagh einen handfesten Agententhriller auf die Leinwand. Die Vorlage dafür lieferte Bestsellerautor Tom Clancy.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Exsoldat Jack Ryan (Chris Pine), der als körperliches und geistiges Ausnahmetalent in den Fokus der CIA gerät und angeworben wird. Einige Jahre verbringt er als Finanzanalyst in einer Bank, wo er verdächtigen Transaktionen auf die Spur kommen soll. Nicht einmal seine Verlobte, die Ärztin Cathy (Keira Knightley), weiß, auf wessen Gehaltszettel Jack eigentlich steht. Als er wegen Vorgängen in Russland misstrauisch wird, schickt die CIA ihn nach Moskau – und aus dem Schreibtischtäter Ryan wird ein handfester Agent, der lernen muss, dass es auch zu seiner Jobbeschreibung gehört, Menschen zu töten.

In der russischen Hauptstadt trifft er auf den Oligarchen Viktor Cherevin (Branagh höchstselbst), der irgendwie im Kalten Krieg eingefroren zu sein scheint und kein geringeres Ziel hat, als die Finanzplätze der USAlahmzulegen. Klassischer Ost-West-Konflikt von gestern trifft auf undurchsichtiges Finanzgebaren und Terrorgefahr von heute. Es ist der berühmte Wettlauf gegen die Zeit – und alles wird noch komplizierter, als Cathy in Moskau auftaucht, ins Fadenkreuz gerät und unfreiwillig zur Schlüsselfigur wird im Kampf gegen die russische Verschwörung.

Branaghs neuer Film bedeutet auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten:Kevin Costner, der Superstar der Neunziger, spielt den CIA-Agenten William Harper, Ryans Mentor als alternder Profikiller, der seine allerbesten und aktivsten Jahre hinter sich hat und mit Ryan auch einen Nachfolger etabliert.

Den Vergleich mit Filmen wie „Mission: Impossible“ oder der James-Bond-Reihe muss Branaghs Film nicht scheuen. Er ist action- und temporeich, Hauptdarsteller Pine sieht gut aus, Keira Knightley macht als Bond-Girl-Verschnitt eine ganz gute Figur, und einzelne Szenen sind vor Spannung kaum zu überbieten. Trotzdem verwundert es, wie ironiefrei und patriotisch der gebürtige Nordire Branagh diesen sehr amerikanischen Film inszeniert.

Kinostart: 27. Februar

dpa

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