Leibniz-Festtage

Philosophisches Programm zum Thema Individualität

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Außer einem Schädelabguss von Leibniz werden auch seltene Leibniz-Bücher ausgestellt.

Hannover - Fünf Wochen lang geht es bei den Leibniz-Festtagen in Hannover um große philosophische Fragen - außerdem werden ein Schädelabguss des Namenspatrons und seltene Leibniz-Bücher ausgestellt.

Kein Blatt gleiche dem anderen, stellte Kurfürstin Sophie bei einem Spaziergang mit ihrem Hofgelehrten Leibniz einst fest - und verleitete ihn auf diese Weise zu Ausführungen über das Prinzip der Individualität, die Pate standen für das Motto der neunten Leibniz-Festtage in Hannover. Diese befassen sich vom 31. August an unter dem Titel „Die ganze Welt in der Monade - Die selbsttätige Individualität“ gut fünf Wochen lang mit dem Spannungsverhältnis von Individualität und Allgemeinem.

Das Thema sei gleich aus zwei Gründen relevant, erklärt Martina Trauschke, Pastorin der Neustädter Hof- und Stadtkirche, wo sich die letzte Ruhestätte Leibniz’ befindet und die Veranstaltungen stattfinden. Zum einen seien Leibniz’ philosophische Grundlagen noch immer aktuell - zum anderen sei dies ein wichtiges Thema unserer Zeit. Zum Auftakt der Festtage spricht Franziska Martinsen am Freitag, 31. August, 20 Uhr, zum Thema „Der monadische Mensch“. Neben weiteren Vorträgen gibt es am 19. September, 20 Uhr, ein Referat von Michael Kempe, dem neuen Leiter des Leibniz-Archivs in Hannover. Daneben sind ein Barock-Gottesdienst am 2. September, 17 Uhr, sowie eine szenische Lesung geplant: Am 13. September, 20 Uhr, präsentieren die Schauspieler Maria von Bismarck und Ernst-Erich Buder Texte aus dem Briefwechsel von Leibniz und Sophie. Am 9. September, 11 Uhr, gibt es einen Gottesdienst mit Leibniz-Predigt und anschließendem Frühstück vor der Hof- und Stadtkirche.

Außer einem Schädelabguss des Philosophen werden erstmals auch drei Leibniz-Bände der „Scriptores Rerum Brunsvicensium“ ausgestellt. Die Bücher über die Geschichte des Welfenhauses stammen aus den Jahren 1707 bis 1711. Pastorin Martina Trauschke war durch einen HAZ-Artikel im Juli über ein Antiquariat am Engelbosteler Damm auf sie aufmerksam geworden. Der Kirchenvorstand hat sie daraufhin für 1800 Euro erworben.

Weitere Infos unter Telefon (0511) 17139.

Nina Ziesemer

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