Roland Emmerich im Interview

Roland, der Zerstörer?

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Regisseur Emmerich über seinen Shakespeare-Film „Anonymus“ – und die Freude am Bau einer fremden Welt

- Regisseur Roland Emmerich spricht im Interview über seinen Shakespeare-Film „Anonymus“ – und die Freude am Bau einer fremden Welt.

Herr Emmerich, bei der Frankfurter Buchmesse haben Sie in einer Diskussionsrunde zwischen Shakespeare-Experten gesessen und über die Identität des Dichters gefachsimpelt. Hätten Sie sich so etwas je träumen lassen?

Nee, da muss ich mich immer noch selbst kneifen. Kürzlich habe ich auch etwas Extremes erlebt: In London hat mich ein Debattierklub eingeladen, ich wurde eingerahmt von drei Fachleuten links und drei Fachleuten rechts. Da sind die Fetzen geflogen. Die sogenannten Stratfordians, also jene, die an die Autorenschaft von Shakespeare glauben, und die Oxfordians, also jene, die glauben, dass der 17. Earl von Oxford die Stücke geschrieben hat, haben sich tüchtig in die Haare gekriegt.

Sie gehören der letzteren Fraktion an. Wie sicher sind Sie sich denn, dass sich der Earl hinter Shakespeare versteckt hat, wie in Ihrem Film zu sehen ist?

Jedenfalls bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass der Mann aus Stratford nicht der Autor war. Und bei all den Kandidaten, die im Angebot sind, halte ich den Earl von Oxford für den überzeugendsten.

Ärgern Sie sich, wenn Ihnen Experten vorwerfen, Ihr Film strotze vor Fehlern?

Nein, überhaupt nicht. Der Film strotzt tatsächlich vor Fehlern – so wie jeder Film, der ein historisches Thema anpackt. Man will eine stimmige Geschichte erzählen, und wenn sie nicht stimmig ist, dann wird sie stimmig gemacht. So ist ja auch schon Shakespeare verfahren. Wer dessen historische Dramen für bare Münze nimmt, ist – Pardon – ein Idiot. Geschichtliche Genauigkeit war nicht sein Ziel. Ich glaube, er wollte der Königin und ihrem Hof den Spiegel vorhalten.

Das komplette Interview lesen Sie in der Dienstagausgabe der HAZ oder im E-Paper

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