Neue TV-Show auf ZDFneo

Sarah Kuttner macht "Bambule"

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Hannover - Mit ihrem Roman "Wachstumsschmerz" hat Sarah Kuttner den Nerv der Generation 30plus getroffen. In ihrer neuen Sendung geht die 33-Jährige ab heute auch im Fernsehen der Frage nach, was wirklich wichtig ist im Leben.

Der eine oder andere kennt das Problem vielleicht. Auf einmal ist man 30. Und dann kommen plötzlich all die Zweifel: Was ist einem überhaupt wichtig im Leben? Freiheit oder Sicherheit? Karriere oder Kinder? Oder vielleicht sogar irgendwie alles? So jedenfalls geht es Sarah Kuttner. Und wie der Erfolg ihres zweiten Romans "Wachstumsschmerz" zeigt, der sich um genau diese Entscheidungen dreht, ist die 33-jährige Berlinerin nicht die Einzige, die unsicher ist, wie man reagieren soll, "wenn einen der hässliche Ernst des Lebens anglotzt".

ZDFneo spendiert der ehemaligen Viva-Moderatorin mit "Bambule" (heute, 21 45 Uhr) deshalb ein wöchentliches TV-Magazin, das sich explizit an die Generation der 30- bis 40-Jährigen richtet. Und weil die zurzeit mal wieder mit der Männlichkeit hadert, wird Hollywood-Schauspieler Nicolas Cage gleich mal über seine Definition von "Weichei" befragt. Eine Hooligan-Reportage und eine Umfrage unter Berliner Politikern ("Wer ist ein harter Hund?") komplettieren das Themenpaket. Dazu gibt’s kurzweilige Rubriken: In "Mysterien des Alltags" geht Kuttner der Frage nach, warum alle Mädchen auf Ryan Gosling stehen, unter dem Titel "Produkt-Promi" versucht ein Musiker oder Schriftsteller, der Autorin sein neuestes Werk aufzuschwatzen. So weit, so "Neon": Seit 2003 verbindet das Hamburger Magazin unter dem Label "Eigentlich sollten wir erwachsen werden" recht erfolgreich nachdenkliche Nabelschau mit witzigem, aber unnützen Wissen und Lifestyle-Themen.

Die Chancen für "Bambule" stehen also nicht schlecht. Die Frage ist, was Kuttner daraus macht. Auf ein Studio - so wie damals bei ihrer Personality-Show auf MTV - hat die Moderatorin verzichtet. Weil sie dicht dran sein will am Leben, wird sie bei Interviews von einer Handkamera gefilmt. Schade nur, dass die "Bambule"-Ausschnitte, die vorab zu sehen waren, so hektisch zerschnitten wurden - und Atmosphäre und komplexere Erklärungen gleich mit. Aber das hat vermutlich System: Auch die Zuschauer haben ja nicht ewig Zeit.

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