„Blutige Fährte“

ZDF setzt die Stralsund-Krimis spannend fort

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Foto: Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Karl Hidde (Alexander Held, rechts) am Tatort.

Hannover - Die Liebe in den Zeiten des Internets: Mit „Blutige Fährte“ setzt das ZDF die Stralsund-Krimis fort. Der stark besetzte Krimi mit Thriller-Elementen ist durchweg spannend, auch wenn die Drehbuchautoren beim Finale vielleicht besser mit einer Wendung weniger ausgekommen wären.

Würde man ihm auf der Straße begegnen, man würde sich später kaum daran erinnern: Boris Gerg (Manuel Rubey) ist ein leiser, unaufgeregter Typ – zierliche Statur, hohe Stimme. Meistens ist Gerg ein freundlicher Zeitgenosse. Außer wenn die Stimme kippt. Wenn er energisch wird und gemein.

Das bekommt auch Britta Kamps zu spüren. Eines Tages steht Gergs mit einem Strauß Blumen vor der Tür. Dabei dürfte er eigentlich gar nicht wissen, wo sie wohnt. Schließlich kennen sie sich nur vom Telefon. Bei der Flirtline zahlte er gerne, um mir ihr zu sprechen. Stundenlang. Über Monate. Bis er herausfand, dass sie eine andere war, als die, für die sie sich ausgab. Dass es ihr nicht um Liebe ging, sondern ums Geld. Und dass es auch andere Männer in ihrem Leben gab. Damit konfrontiert er die Frau nun in ihrer Wohnung. Als sie ausweichend lacht, bringt er sie um. Die Blumen lässt er zurück. Drei weitere Adressen hat er noch. Und drei Blumensträuße.

Auch in „Blutige Fährte“, dem dritten Teil der ZDF-Krimi-Reihe „Stralsund“, müssen Kriminalkommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel), Benjamin Lietz (Wotan Wilke Möhring) und Karl Hidde (Alexander Held) wieder einen packenden Fall lösen.

Denn anders als die Zuschauer kennen sie den Mörder noch nicht: Bei der Erstürmung einer Dealer-Wohnung treffen sie zufällig auf Gerg. Ein Stockwerk über ihnen hat er dem Chef der Flirt-Agentur erst die Adressen der Frauen abgepresst und ihn anschließend ermordet. Als er die Polizisten sieht, bekommt er Panik, schießt um sich und kann entkommen. Während er anschließend eine blutige Fährte durch Stralsund zieht, läuft der Ermittlern die Zeit davon.

Doch der Fall ist kompliziert: Denn geflirtet haben die Frauen der Agentur mit vielen Männern. Sie alle sind nun verdächtig. Einer von ihrem ist ausgerechnet Petersens Partner Benjamin Lietz, mit dem die junge Kommissarin trotz einer gescheiterten Beziehung erneut anzubandeln versucht.

Zusammen mit Karl Hidde, der seit dem letzten Fall im Rollstuhl sitzt und daher nur aus der Polizeidirektion heraus ermitteln kann, schützt sie ihren Partner vor dem arroganten Chef (Michael Rotschopf) und vertuscht dessen Verstrickung in den Fall. Die Zeit drängt: Boris Gerg will währenddessen schon den zweiten Strauß übergeben.

Wackernagel spielt die energische, kühle und ehrgeizige Kommissarin, Möhring einen manchmal zu hitzigen, temperamentvollen Ermittler, der, wie sein Chef sagt, „Probleme anzuziehen scheint“. Held ist der überlegte Hauptkommissar im Hintergrund. Der stark besetzte Krimi mit Thriller-Elementen ist durchweg spannend, auch wenn die Drehbuchautoren Sven Poser und Martin Eigler (Eigler hat auch Regie geführt) beim Finale vielleicht besser mit einer Wendung weniger ausgekommen wären.

„Stralsund – Blutige Fährte“ | ZDF Krimi mit Katharina Wackernagel Montag, 20.15 Uhr

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