Große Geste

Sparkasse spendet dem Sprengel Museum eine Million Euro

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Foto: Walter Kleine und der „Hellebardier“.

Hannover - Es ist die größte Förderungssumme für ein Museum in der Geschichte: Die Sparkasse Hannover wird die Erweiterung des Sprengel Museums mit einer Million Euro unterstützen. Der Vorstandsvorsitzende Kleine hofft auf Nachahmer.

Mit dem Ankauf der riesigen Außen­skulptur „Hellebardier“ von Alexander Calder hat der Kunstsammler Bernhard Sprengel in den siebziger Jahren in Hannover ein Signal gesetzt. Just vor dieser Skulptur gab gestern Walter Kleine, der Vorstandvorsitzende der Sparkasse Hannover, eine Großspende von ebenfalls nicht geringer Signalwirkung bekannt: Sein Institut fördert den geplanten Erweiterungsbau des Sprengel Museums mit einer Million Euro.

Eine Million Euro: Das ist die größte Museumsförderung in der Geschichte des auf das regionale Finanzgeschäft ausgerichteten Unternehmens. Kleine möchte die großzügige Kulturförderung als „Standortförderung“ verstanden wissen. Das Sprengel Museum Hannover habe eine international beachtete Erfolgsgeschichte vorzuweisen. „Damit diese fortgesetzt werden kann, ist die Erweiterung notwendig“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse am Freitag. Das Institut hofft, dass andere Unternehmen seinem Beispiel folgen.

Von den Baukosten in Höhe von 28,5 Millionen müssen fünf Millionen von privaten Geldgebern aufgebracht werden. Inklusive der Spende der Sparkasse Hannover belaufen sich die bereits eingeworbenen Drittmittel auf vier Millionen Euro, wie der Verein der Museumsfreunde bestätigte. Der Beitrag der Sparkasse sei die höchste Einzelspende, gefolgt von der Stiftung Niedersachsen, die 600 000 Euro in Aussicht gestellt habe.

Die Million für den Museumserweiterungsbau werde von der Sparkasse zusätzlich zu den jährlichen Spenden- und Sponsoringbeiträgen des Institutes in Höhe von drei bis vier Millionen Euro aufgewendet, sagte Kleine. Wenn eine Stiftung derartige Beträge aufbringen wollte, müsste sie einen Kapitalstock von 140 Millionen Euro haben. Möglich geworden sei die Sonderspende durch eine „solide Geschäftsentwicklung im bisherigen Jahresverlauf“.

Mit dem Museumsanbau der Schweizer Architekten Meili + Peter soll nach jetzigem Planungsstand im Herbst 2012 begonnen werden, mit der Fertigstellung ist im November 2014 zu rechnen. Das Geld kommt aus EU-Fördermitteln sowie vom Land Niedersachsen und der Stadt Hannover. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, ein erklärter Freund des Sprengel Museums, der sich von Kunst begeistern lässt, kommentierte den Schritt der Sparkasse gestern mit den Worten: „Ich freue mich über diese Spende. Sie unterstreicht die tiefe Verbundenheit zwischen Sparkasse und Landeshauptstadt. Ohne die Sparkasse wäre vieles im hannoverschen Kulturleben nicht möglich.“

Unter anderem fließen Fördermittel in die Kunstfestspiele Herrenhausen, ins Festival Tanztheater International und ins Kleine Fest im Großen Garten. Die Sparkasse unterstützt die große Fotoausstellung „Photography Calling!“ ebenso wie die zweite Ausgabe der Gegenwartskunstschau „Made in Germany“ im kommenden Jahr.

Im Jahr 2006 hat die Sparkasse dem Sprengel Museum 80 Werke der Neuen Sachlichkeit geschenkt. Die meisten schlummern im Depot. „Ich freue mich schon darauf, sie im erweiterten Sprengel Museum wiederzusehen“, sagte Walter Kleine.

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