Filmkritik

„The Counselor“ ist ein brutales Thrillerdrama

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Foto: Der Counselor (Michael Fassbender, rechts) und Vermittler Westray (Brad Pitt).

Hannover - Wenn zwei Große zusammenarbeiten, muss nicht unbedingt Großes dabei herauskommen. Das zeigt „The Counselor“, ein Film, den Starregisseur Ridley Scott („Gladiator“, „Blade Runner“, „Prometheus“) nach einem Drehbuch des mit Literaturpreisen überhäuften Romanautors Cormac McCarthy („No Country for Old Men“) inszeniert hat.

Der Film ist trotz hochkarätiger Stars eine Enttäuschung. Im Mittelpunkt steht ein namenloser, smarter Rechtsanwalt (Michael Fassbender), den alle in seiner Heimat Texas nur den Counselor nennen. Seine Geschäfte laufen bestens, er ist ein angesehener Mann. Zur Verlobung gönnt er sich den Luxus, seiner Freundin Laura (Penélope Cruz) einen sündhaft teuren Diamantring zu kaufen, den er eigens bei einem Amsterdamer Händler (Bruno Ganz) erwirbt. Eigentlich hat der Counselor alles.

Aber er will immer noch mehr. Er ist gierig. So plant er zusammen mit dem zwielichtigen Edelganoven Reiner (Javier Bardem), dessen Freundin Malkina (Cameron Diaz) und dem windigen Vermittler Westray (Brad Pitt) den Deal seines Lebens: ein gefährliches, aber lukratives Geschäft mit der Drogenmafia. Doch dabei läuft schief, was nur schief laufen kann. Der Counselor muss um sein und das Leben seiner Verlobten fürchten.

Das klingt spannend, ist aber nur eine ziemlich platte Räuberpistole, die gegen Ende äußerst brutal daherkommt. Und die vor allem darunter leidet, dass sie keine Sympathieträger besitzt, mit denen man mitfiebert. Zudem ist der Film geschwätzig, Banalitäten werden zu Betrachtungen über unser Dasein aufgeblasen. Offenbar hat Scott zu sehr dem Drehbuch vertraut.

Letztlich gibt es nur eine einzige Szene, die von diesem langatmigen Thriller in Erinnerung bleiben wird. Sie gehört Cameron Diaz, die es als Gangsterbraut Malkina mit dem Sportwagen ihres Freundes lasziv treibt. Da bekommt der Begriff „Autosexualität“ eine ganz neue Bedeutung.

Räuberpistole: Geschwätzigkeit mit vielen Stars. Cinemaxx, CineStar .

Von Ernst Corinth

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