Kritik zu „22 Jump Street“

Undercover auf dem College

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Foto: Channing Tatum (links) und Jonah Hill zum Zweiten: Diesmal ermitteln sie undercover auf dem College.

Berlin - Zwei junge Polizisten ermitteln undercover an der Uni. Dort machen sie, was Studenten in US-Filmen nun mal so machen:Sie trumpfen auf dem Sportplatz und auf Partys mächtig auf. „22 Jump Street“ ist eine derbe Satire auf das Leben amCollege.

Hollywood hält große Stücke auf ungleiche Männerfreundschaften. Ob „Hangover“ oder „Superbad“, stets irren andersartige Charaktere im zotigen Streit durch ein Chaos an Ereignissen. „22 Jump Street“ setzt die Tradition der Buddyfilme fort.Ein unsportlicher Dicker und ein durchtrainierter Athlet sind als Copduo unterwegs. Getarnt als Studenten, sollen sie einenDrogenhändlerring an einer Uni auffliegen lassen. Was in den Achtzigern als Fernsehserie „21 Jump Street“ erfolgreich war und unter demselben Titel 2012 erstmals fürs Kino adaptiert wurde, heißt jetzt „22 Jump Street“, weil die Polizeistation ins Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite weitergezogen ist.

Die Fans strömten bereits in Massen in die Kinosäle. Während der erste Teil noch 200 Millionen Dollar (etwa 150 Millionen Euro) in die Kassen brachte, sind es laut Branchendienst „boxofficemojo.com“ bei Teil zwei bereits mindestens 270 MillionenDollar (etwa 200 MillionenEuro). Die 300-Millionen-Dollar-Marke könnte noch geknackt werden, schließlich stehen Zahlen aus Deutschland, Frankreich und weiteren Märkten noch aus.

Der kommerzielle Erfolg des Films steht im krassen Widerspruch zum Grad der Kreativität, welchen die Macher mit diesemStreifen vorlegen. Es scheint fast so, als hätten sie die Reste an Popcornideen vonPart eins eingesammelt und nun in neuer Verpackung wieder angeboten. Als wüssten sie, dass die Fans ohnehin nach dem cineastischen Naschwerk greifen – egal, was drin ist.

Mit Phil Lord und Christopher Miller sind dieselben Regisseure amRuder wie im erstenTeil – bisher waren die beiden vor allem als Produzenten tätig, etwa bei der Serie „How I Met Your Mother“.

Die beiden Regisseure setzen auf gewohnte Muster:Erneut führen sie eine Reihe vonStereotypen wie partyverrückte Collegestudenten und Computernerds satirisch vor, erneut lassen sie ihre Figuren anzüglich posieren und derb umgangssprachliche Witze machen. Jonah Hill („The Wolf of Wall Street“) und Channing Tatum („White House Down“) sind in denHauptrollen zu sehen.

Im Abspann zeigen die Filmemacher augenzwinkernd auf, dass sich ihre „Jump Street“-Ambitionen noch längst nicht erschöpft haben. In kurzen Sequenzen werden weitere mögliche Kinoplots gezeigt, in denen die Undercovercops inSchulungszentren für Köche, Künstler, Piloten, Tänzer und Astronauten ermitteln. Gut möglich, dass die vom hohen Umsatz an der Kinokasse angespornten Hollywoodproduzenten solche ironischenAnkündigungen zumindest ansatzweise wahrmachen.

Kinostart: 31. Juli

dpa

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