Datenschutz

O2 will Bewegungsprofile der Kunden verkaufen

+
Foto: Kunden von O2 müssen wohl damit rechnen, dass ihre Bewegungsdaten vermarktet werden.

München - Wohin und wann - Mobilfunkanbieter können genau verfolgen, wie sich ihre Kunden bewegen. Der spanische Konzern Telefónica, zu dem auch der deutsche Netzbetreiber O2 gehört, will dieses Wissen nun zu Geld machen.

Der hoch verschuldete spanische Telekomriese Telefónica will seine Kundendaten vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dabei könnte der Konzern auch auf Daten von Kunden seiner deutschen Mobilfunktochter O2 zugreifen, wie die Digital-Tochter bereits Mitte Oktober mitteilte.

Es gebe aber für Deutschland noch keine konkreten Pläne, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in München. Wenn aber etwa Bewegungsdaten verwendet würden, dann nur in anonymisierter Form. "Der Datenschutz muss zu hundert Prozent gewährleistet sein", sagte der Sprecher.

Wie tagesschau.de berichtete, will Telefónica ein Produkt namens "Smart Steps" verwenden. Damit soll es etwa Geschäftsinhabern möglich sein, wo sich potenzielle Kunden aufhalten und ob sie etwa vor dem Schaufenster stehen geblieben sind.

Datenschützer äußerten Bedenken und kritisieren etwa eine Formulierung in den Geschäftsbedingungen des Telefonkonzerns.

Unterdessen hat Telefónica die deutsche Tochter O2 an die Börse gebracht. Zum Start am Dienstag verzeichnete das Unternehmen Kursgewinne. Die Aktie notierte an der Börse in Frankfurt am Main bei 5,70 Euro - und lag damit schon über dem Erstausgabepreis von 5,60 Euro pro Anteilsschein. Um 10.30 Uhr wurde die O2-Aktie für 5,75 Euro gehandelt.

Der hochverschuldete spanischen Telekommunikationsriese will zunächst 23,17 Prozent des O2-Kapitals an der Börse platzieren und gibt dazu knapp 260 Millionen Anteilsscheine aus. Telefónica kann damit mindestens rund 1,45 Milliarden Euro einnehmen.

Der Börsengang von O2 ist der größte auf einem europäischen Aktienmarkt seit Jahresbeginn und der bedeutendste in Deutschland seit fünf Jahren.

O2 ist nach eigenen Angaben mit mehr als 25 Millionen Kunden der drittgrößte Telekommunikationsanbieter hierzulande und gehört seit 2005 zu Telefónica. 2011 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro.

dpa/rah

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare