Universität Göttingen

Zeichnung von Friedrich Wilhelm von Schadow entdeckt

- In der Kunstsammlung der Universität Göttingen ist eine kostbare Zeichnung des deutschen Malers Friedrich Wilhelm von Schadow (1788-1862) entdeckt worden. Das Blatt Schadows, der zu den bedeutendsten Künstlern des 19. Jahrhunderts zählt, ist nach Angaben des Kunstgeschichtlichen Seminars vom Samstag fälschlicherweise bisher seinem Schüler Eduard Bendemann zugeordnet worden.

Ein Vergleich mit den malerischen Werken Schadows habe ergeben, dass es sich bei der Zeichnung um eine Vorstudie zu dem 1828 entstandenen Gemälde „Caritas“ von Schadow handelt. Es zeigt eine weibliche Personifikation der Nächstenliebe und befindet sich heute im Museum Kunst Palast in Düsseldorf.

Zu sehen ist auf der Zeichnung das sehr fein ausgearbeitete Gewand der Caritas sowie zwei Akte. Die Zeit der Entstehung ist unbekannt. Schadow war Direktor der Düsseldorfer Akademie und Initiator der Düsseldorfer Malerschule, einer der einflussreichsten künstlerischen Bewegungen ihrer Zeit, erklärte der Entdecker des Bildes, der Göttinger Kunsthistoriker Christian Scholl. „Auch wenn es nicht als autonomes Kunstwerk gedacht ist, zeichnet es sich doch durch seine besondere Feinheit aus.“ Als Zeugnis der exquisiten Zeichenkunst Schadows sei es „von hohem ästhetischen Reiz“.

Der Künstler malte vielfach religiöse Monumentalbilder im akademisch-klassizistischen Stil. Auf Bitten von Karl Friedrich Schinkel lehrte er bis 1826 an der Berliner Kunstakademie. Gleichzeitig leitete er ein großes Atelier, das - vom König gefördert - viele Schüler anzog. Ende 1825 gab er diesen Arbeitsplatz auf und schloss sein Atelier, da man ihn Anfang 1826 zum Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie machte.

dpa

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